Libyen

Gaddafi-Gegner dringen in Bani Walid und Sirte vor

Libysche Rebellen fahren siegessicher nach Bani Walid und Sirte

Libysche Rebellen fahren siegessicher nach Bani Walid und Sirte

Nach der Küstenstadt Sirte haben Kämpfer der neuen libyschen Führung am Freitag eine weitere Bastion des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi angegriffen. Laut Angaben des Nationalen Übergangsrates drangen Einheiten in die Wüstenstadt Bani Walid ein.

Den ganzen Tag waren in der zwei Wochen lang von den Rebellen belagerten Stadt rund 170 Kilometer südöstlich von Tripolis Explosionen und Schüsse zu hören. Rund um das Stadtzentrum gingen Hunderte Gaddafi-Anhänger in Stellung, die zu allem entschlossen schienen.

Die Truppen der Übergangsregierung nahmen am Vormittag ein Tal ein, das direkt in die Innenstadt von Bani Walid führt. "Der Weg ins Zentrum ist frei", sagte ein Kämpfer. Das grösste Hindernis sei jedoch die Allee Wadi Sajtun, an der sich Gaddafi-treue Scharfschützen postiert hätten, sagte ein Kommandant.

Heftiger Widerstand in Sirte

Bereits am Donnerstag hatten Einheiten der Rebellen auch die Heimatstadt Gaddafis gestürmt. In Sirte stiessen sie auf heftigen Widerstand, wie ein Militärsprecher mitteilte. Auch hier gebe es Probleme mit Heckenschützen.

Die Stadt sei von Süden, Osten und Westen und von der Küste her angegriffen worden. Kämpfer des Übergangsrats erklärten, sie hätten bereits die Hälfte von Sirte unter ihrer Kontrolle. Den Angaben zufolge wurde bei der ersten Offensive zwölf Kämpfer der Übergangsregierung getötet und 34 verletzt.

UNO beschliesst Mission

Auch die UNO unterstützt den libyschen Übergangsrat: Die UNO-Vollversammlung, quasi das Parlament der 193 Mitgliedsstaaten, stimmte dafür, den bisher dem Gaddafi-Regime vorbehaltenen Sitz den Rebellen zu übertragen. Die Abstimmung kommt einer Anerkennung der neuen Regierung gleich.

Zudem beschloss der UNO-Sicherheitsrat einstimmig die Entsendung einer UNO-Mission. Sie soll dem Übergangsrat bei der Organisation von Wahlen und der Ausarbeitung einer neuen Verfassung zu Seite stehen.

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