Afrika

G20-Präsidentschaft fordert Krisentreffen wegen Dürre in Ostafrika

Frankreich will die Hilfsmassnahmen gegen die Hungersnot an einer Konferenz besser koordinieren

Frankreich will die Hilfsmassnahmen gegen die Hungersnot an einer Konferenz besser koordinieren

Die französische Präsidentschaft der G20-Staaten hat ein internationales Krisentreffen für die von einer katastrophalen Dürre betroffenen Menschen am Horn von Afrika gefordert.

Bei einer Sondersitzung der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) solle über die Situation und die Koordinierung von Hilfsmassnahmen beraten werden, teilte das französische Aussenministerium am Freitag in Paris mit.

FAO-Generaldirektor Jacques Diouf sei deswegen um Unterstützung gebeten worden. Frankreich setze sich zudem für europäische Hilfsmassnahmen und entsprechende Abstimmungen bei den nächsten Tagungen des Aussen- und Agrarministerrats ein, hiess es weiter.

Frankreich hat noch bis Ende des Jahres den Vorsitz der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20). Als einen der Schwerpunkte der Präsidentschaft hat Staatschef Nicolas Sarkozy die Ernährungssicherheit definiert.

UNCHR warnt vor Verschärfung der Krise

Die Dürrekatastrophe am Horn von Afrika gilt als die schlimmste seit 60 Jahren und betrifft neben Somalia und Kenia auch Äthiopien und Teile Ugandas. Da der nächste Regen frühestens im Oktober fallen werde und erst im kommenden Jahr wieder eine Ernte zu erwarten sei, würden die kommenden sechs Monate sehr hart, warnte UNICEF-Direktor Anthony Lake am Samstag in Kenia.

Lake befand sich auf dem Weg in die Provinz Turkana im Norden des Landes, die besonders von der Dürre betroffen ist. Nach Angaben der Hilfsorganisation Oxfam stieg in der Bevölkerung der Anteil der Unterernährten seit vergangenem Jahr von 15 auf 37 Prozent.

Die seit zwei Jahren anhaltende Dürre hat zu Ernteausfällen, steigenden Nahrungsmittelpreisen und verbreiteter Unterernährung geführt. Verschärft werden die Probleme durch den Bürgerkrieg in Somalia.

Allein im Juni flohen nach UNO-Angaben rund 54'000 Menschen vor der Dürre und der Gewalt aus Somalia, täglich treffen hunderte Somalier im Norden Kenias ein. Mehr als elf Millionen Menschen sind in Ostafrika auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen, doch von den dafür benötigten 1,1 Milliarden Euro hat die UNO bislang erst die Hälfte erhalten.

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