Nur kurz war das Video online, auf dem angeblich eine der Geiseln die Forderungen des Geiselnehmers präsentiert. Ein Vergleich mit Fotos von Geiseln am Schaufenster lässt durchaus die Vermutung zu, dass die Aufnahmen echt sind. 

Die Polizei hat bisher weder die Forderungen noch die Echtheit des Videos bestätigt. Auf Youtube war das Video nur für kurze Zeit öffentlich sichtbar.

Verschiedenen Berichten zufolge hätten sich mehrere Geiseln an australische Medien gewandt, mit der Bitte, das Video auszustrahlen.

Drei Forderungen

In dem kurzen Video stellt sich eine Frau als eine der Geiseln im Lindt-Café im Stadtzentrum vor. «Wir haben drei spezifische Forderungen, von denen noch keine erfüllt wurde», sagt sie. Als erste Forderung nennt sie die Lieferung einer Flagge der Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Dafür werde eine Geisel freigelassen. Ausserdem solle die Geiselnahme auf sozialen Medien als Angriff auf Australien durch den IS verbreitet werden.

Als dritte Forderung wird verlangt, dass sich der australische Premierminister Tony Abbott in einer Liveschaltung mit dem Geiselnehmer, der sich selbst «der Bruder» nennt, in Verbindung setzt. Dafür würden weitere fünf Geiseln freigelassen. 

«Und am wichtigsten: Es gibt drei Bomben rund um George Street, Martin Place und am Circular Quay. Damit diese nicht gezündet werden, müssen diese drei Forderungen erfüllt werden», warnt die Frau.

Selfie mit Geisel-Café

Hinter der Absperrung sammelten sich derweil viele Schaulustige. Viele machten Aufnahmen mit Kameras und Smartphones und einige stellten Schnappschüsse von sich mit der Szene im Hintergrund ins Netz. 

Auf Twitter regnete es dafür negative Kommentare. Viele verurteilten die Selfies aus dem Krisenherd als geschmacklos. (cze)