Dabei kamen nach syrischen Regierungsangaben mindestens fünf Menschen ums Leben, darunter zwei Zivilisten. Nach Angaben des Pentagons wurden 59 Raketen des Typs Tomahawk abgeschossen.

Trump sagte am späten Donnerstagabend (Ortszeit), er habe den Luftschlag angeordnet, in einem Akt der Verteidigung nationaler Sicherheitsinteressen. Mit dem Giftgasangriff vor wenigen Tagen, bei dem zahlreiche Menschen getötet wurden, habe Syrien seine internationalen Verpflichtungen sowie UNO-Resolutionen verletzt.

Bei den Toten handle es sich um drei Armeeangehörige und zwei Zivilisten, sagte der Gouverneur der Provinz Homs, Talal Barasi, am Freitag der Nachrichtenagentur dpa. Er sprach zudem von sieben Verletzten.

Der angegriffene Flugplatz in der Nähe des Ortes Al-Schairat sei stark zerstört worden. Die Feuerwehr und Rettungshelfer seien im Einsatz, um einen Brand auf dem Flugplatz unter Kontrolle zu bringen und die Opfer zu bergen.

Aus syrischen Militärkreisen hiess es, bei dem Angriff seien zwei Start- und Landebahnen zerstört worden. Auch Treibstofflager seien getroffen worden. Die meisten Kräfte seien aber vor der Bombardierung von der Basis abgezogen worden. Der regierungsnahe TV-Kanal Al-Mayadeen meldete, Syriens Luftwaffe habe auch die meisten Jets auf dem Flugplatz vor dem Angriff in Sicherheit gebracht.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete vier getötete syrische Armeeangehörige, darunter ein General, sowie Dutzende Verletzte.

Kritik aus Moskau

Russland verurteilte das US-Vorgehen. "Präsident (Wladimir) Putin hält die amerikanischen Angriffe für eine Aggression gegen einen souveränen Staat, gegen das Völkerrecht, dazu noch mit einem erdachten Vorwand", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow in Moskau. Die syrische Armee habe keine Chemiewaffen mehr, das habe nach der Entwaffnung auch die zuständige UNO-Organisation bestätigt.

Russland ist der wichtigste Verbündete Syriens. Seit September 2015 fliegt Russlands Luftwaffe Angriffe in dem Land. Sie richten sich gegen die Terrormiliz IS ebenso wie gegen Rebellen, die mit der Terrormiliz verfeindet sind.

Trump hatte den syrischen Staatschefs Baschar al-Assad für den mutmasslichen Giftgasangriff verantwortlich gemacht, der international Entsetzen ausgelöst hatte. Dabei kamen Aktivisten zufolge mehr als 80 Menschen ums Leben. Syriens Regierung wies die Verantwortung zurück.

Der US-Präsident sagte am Rande eines Treffens mit Chinas Staatschef Xi Jinping in Florida, der Angriff mit Giftgas auf die von Rebellen kontrollierte Stadt Chan Scheichun sei ein "barbarischer Akt" gewesen. "Ich rufe heute alle zivilisierten Nationen auf, sich uns anzuschliessen", sagte Trump. Das Blutvergiessen in Syrien müsse beendet werden.

Kehrtwende der USA

Die US-Regierung hat mit dem Angriff eine Kehrtwende in der Syrien-Politik vollzogen. US-Aussenminister Rex Tillerson hatte vor einer Woche bei einem Besuch in der Türkei gesagt, das Schicksal Assads werde vom syrischen Volk entschieden. Das war eine Abkehr von der Linie der Vorgängerregierung, die dem Machthaber in Damaskus die Hauptverantwortung für den blutigen Konflikt in dem Bürgerkriegsland zuschob und auf seinen Sturz hinarbeitete.

Nach Darstellung des Verteidigungsministeriums in Washington wurden russische Militärs von dem bevorstehenden Militärschlag auf den Luftwaffenstützpunkt informiert. Damit habe ausgeschlossen werden sollen, dass russische Soldaten Opfer des Raketenangriffes werden.

Das US-Militär habe darauf geachtet, keine Bereiche des Stützpunktes zu treffen, in denen sich Russen aufhielten oder gelagerte chemische Waffen vermutet würden, berichtete der Nachrichtensender CNN. Man gehe davon aus, dass es keine russischen Opfer gebe.

Das Pentagon veröffentlichte Videomaterial, das den Abschuss der Tomahawk-Raketen von US-Zerstörern zeigt. Die Raketen gelten als präzise.

Syrisches Regime abschrecken

Die Luftschläge hätten das Ziel gehabt, die Regierung von Baschar al-Assad von weiteren Chemie-Waffeneinsätzen abzuschrecken, hiess es. Die Zerstörung von Flugzeugen und Infrastruktur werde die Möglichkeiten dazu einzuschränken. Die Raketen wurden von Kriegsschiffen im Mittelmeer abgefeuert.

US-Präsident Trump sowie Aussenminister Tillerson hatten nur Stunden vor dem Luftschlag den Druck auf die Regierung Assads erhöht. Trump sagte mit Blick auf Assad: "Ich denke, er ist der, der die Dinge verantwortet. Und ich denke, es sollte etwas passieren." Die USA wollten eine internationale Koalition schmieden, um Assad abzulösen, sagte Tillerson.