Sie berief sich auf Seiferts Anwalt Paolo Giachini. Der auch als "Henker von Bozen" bekannte Kriegsverbrecher befand sich demnach seit einigen Tagen in ärztlicher Behandlung.

Seifert war im Jahr 2000 in Italien in Abwesenheit zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Ein Militärgericht befand den gebürtigen Ukrainer in 18 Fälleen des Mordes und der Folter für schuldig. Die Taten ereigneten sich zwischen Juni 1944 und April 1945. Im Oktober 2002 wurde das Urteil rechtskräftig.

Seifert beging die Taten dem Urteil zufolge in einem Konzentrationslager in Bozen, als Norditalien von deutschen Truppen besetzt war. Während dieser Zeit wurden insgesamt etwa 11'000 Juden, politische Gefangene und Deserteure in dem Lager gefangen gehalten.

Seifert lebte seit dem Jahr 1951 in Vancouver in der westkanadischen Provinz British Columbia. Ein kanadisches Gericht ordnete 2003 seine Auslieferung an Italien an, die im Jahr 2008 erfolgte. Seifert gab zu, ein Wachmann in dem Lager gewesen zu sein, bestritt aber die Beteiligung an Grausamkeiten.