Antipersonenminen

Friedensnobelpreisträger: Fast 7000 Minenopfer trotz Verbotsvertrag

Syrische Minenopfer beim Fussball in Idlib (Bild vom April 2018)

Syrische Minenopfer beim Fussball in Idlib (Bild vom April 2018)

Mehr als 20 Jahre nach Inkrafttreten des Verbots von Landminen kommen noch immer mehrere tausend Menschen pro Jahr bei der Explosion solcher Sprengsätze ums Leben.

Im Jahr 2018 wurden 3059 Menschen durch Minen und andere nicht explodierte Waffen getötet, 3837 weitere zogen sich dadurch Verletzungen zu.

Das teilte wie die Internationale Kampagne für das Verbot von Landminen (ICBL) in einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht mitteilte. Es handle sich überwiegend um Zivilisten, mehr als jeder zweite davon sei ein Kind. Bei einem Opfer sei unklar, ob es überlebt habe.

Trotz eines Rückgangs im Vergleich zu den drei Vorjahren sei 2018 das vierte Jahr in Folge mit aussergewöhnlich hohen Opferzahlen gewesen, hiess es in dem Bericht, den die Kampagne in der norwegischen Hauptstadt Oslo vorstellte.

Dies hänge vor allem mit bewaffneten Konflikten und Gewaltherden in Ländern wie Afghanistan, Mali, Myanmar, Nigeria, Syrien und der Ukraine zusammen. Die Zahl der Opfer improvisierter Minen sei mit 3789 diesmal so hoch wie noch nie zuvor.

Für ihren Beitrag zum Ottawa-Vertrag der Uno, der Herstellung, Lagerung, Einsatz und Weitergabe von Anti-Personen-Minen verbietet, war die Kampagne 1997 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden. Sie setzt sich aus Hunderten Organisationen in Dutzenden Ländern zusammen. Die Ottawa-Vertragsstaaten treffen sich in der kommenden Woche in Oslo, um die Lage bei der Bekämpfung von Landminen zu überprüfen.

Die Organisation Handicap International (HI) forderte die Vertragsstaaten auf, das humanitäre Völkerrecht durchzusetzen und Kriegsparteien dazu zu drängen, den Einsatz dieser Waffen zu beenden. Sie verwies darauf, dass die Dunkelziffer der Opferzahlen deutlich höher sei.

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