Massaker von Srebrenica

Friedensmarsch erinnert an Greuel in Srebrenica

Teilnehmer des Friedensmarsches bei Nezuk

Teilnehmer des Friedensmarsches bei Nezuk

Rund 7000 Menschen sind am Freitag in der ostbosnischen Gemeinde Sapna zum Gedenken an das Massaker von Srebrenica mit 8000 Ermordeten zu einem sogenannten Friedensmarsch gestartet.

Die Teilnehmer wollen in drei Tagen Srebrenica erreichen, wo am Montag der 16. Jahrestag dieses grössten Kriegsverbrechens in Europa seit 1945 begangen wird. Serbische Einheiten hatten dort gegen Ende des Bürgerkrieges im Juli 1995 Tausende muslimische Männer und Jungen umgebracht.

Am Marsch nehmen auch Angehörige der damaligen niederländischen UNO-Einheit Dutchbat teil, die das Massaker nicht verhindern konnte. Die Niederlande waren in dieser Woche von einem Gericht daher erstmals für den Tod von drei Muslimen haftbar gemacht worden.

Massenbestattung für Montag vorgesehen

Der serbische Befehlshaber Ratko Mladic muss sich momentan nach mehr als zehn Jahren Flucht seit letztem Monat vor dem UNO-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag verantworten.

Reguläre serbische Einheiten und serbische Paramilitärs hatten Ermordeten zunächst in Massengräbern verscharrt. Um ihr Verbrechen zu vertuschen, wurden diese später wieder ausgehoben und die zerstückelten Leichen in unterschiedlichen Gräbern neu vergraben. Forensiker bemühen sich, die Leichenteile wieder zusammenzufügen.

Am Montag sollen auf dem Friedhof Potocari vor den Toren von Srebrenica mehr als 600 Leichen bestattet werden, die in den vergangenen Monaten exhumiert und identifiziert worden waren. Bisher sind etwas mehr als die Hälfte der Ermordeten in Potocari beigesetzt.

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