Der 65-jährige Barnier war bis 2014 der für den Binnenmarkt und Finanzdienstleistungen zuständige EU-Kommissar in Brüssel. Der zu den französischen Konservativen gehörende Politiker war massgeblich an der Regulierung der Finanzmärkte in der EU nach der Finanzkrise 2008 beteiligt

Die Briten hatten sich bei einer Volksabstimmung am 23. Juni mit 52 Prozent für den Austritt aus der EU ausgesprochen. Der offizielle Austrittsantrag der britischen Regierung steht aber noch aus.

Erst danach beginnen die auf zwei Jahre befristeten Verhandlungen mit der EU über die Entflechtung der Beziehungen. Gespräche über die künftigen Beziehungen und Grossbritanniens Wunsch, weiter Zugang zum EU-Binnenmarkt zu erhalten, dürften parallel vorbereitet werden.

Gutes Netzwerk

Barnier sei "ein begabter Verhandler mit reicher Erfahrung in wichtigen Politikfeldern" und verfüge über ein weitgefasstes "Netzwerk von Kontakten in den Hauptstädten aller EU-Mitgliedstaaten und im Europaparlament", erklärte Juncker am Mittwoch.

Er zeigte sich sicher, dass Barnier der Aufgabe gewachsen sei und "uns helfen wird, eine neue Partnerschaft mit dem Vereinigten Königreich zu entwickeln, nachdem es die Europäische Union verlassen haben wird".

Barnier werde sein Amt am 1. Oktober antreten, erklärte die Kommission. Demnach wird der Franzose direkt an Juncker berichten und "die besten Kommissionsexperten zu seiner Verfügung haben".