Frankreich

Französisches Institut fordert Nachbesserungen in Atomanlagen

Die französischen Atomanlagen sollen nachgebessert werden (Symbolbild)

Die französischen Atomanlagen sollen nachgebessert werden (Symbolbild)

Das französische Institut für Atomsicherheit (IRSN) hat nach einer Sicherheitsüberprüfung der Atomkraftwerke schnelle Nachbesserungen in einigen Anlagen gefordert. So gebe es beispielsweise nicht genug Wasserreserven für Notfälle in Dampf-Generatoren.

Auch einige Röhrensysteme würden bei Erdbeben auseinanderbrechen, warnte das IRSN in einem am Donnerstag vorgelegten Bericht. "Das sind kleine Fehler, die schwere Auswirkungen haben können", sagte IRSN-Leiter Jacques Repussard. Insgesamt seien die französischen Anlagen aber sicher.

Der umstrittene neue Druckwasserreaktor EPR, der in Flamanville am Ärmelkanal gebaut wird, sei besser gegen Erdbeben und Überschwemmungen geschützt als AKW, die bereits im Betrieb seien, befand das IRSN.

Kritik übte das Institut am Atomkomplex im südfranzösischen Tricastin. Dort müsse ebenso wie in Gravelines im Norden und in Saint Alban im Südosten berücksichtigt werden, dass gefährliche Fabriken beispielsweise zur Herstellung von Chemikalien in der Nähe stünden.

Erst im Sommer war ein Feuer in Tricastin ausgebrochen, wo neben dem Atomkraftwerk auch Forschungseinrichtungen sowie Betriebe zur Urananreicherung und Abfallbeseitigung stehen.

Stresstest nach Fukushima

Das Institut hatte für den Bericht Angaben ausgewertet, die die Betreiber der 80 französischen Atomanlagen im September der Atomaufsicht (ASN) übermittelt hatten.

Die ASN hatte nach der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima um zusätzliche Sicherheitsüberprüfungen gebeten. Bei diesen Stresstests sollte geprüft werden, wie die Anlagen gegen Erdbeben und Überschwemmungen geschützt sind und wie sie auf einen Stromausfall und das Versagen des Kühlkreislaufs reagieren.

Frankreich bezieht drei Viertel seines Stroms aus seinen 58 Reaktoren und ist der grösste Atomstromproduzent Europas. Die Anlagen an der Küste und in Fessenheim an der Grenze zu Deutschland gelten Umweltschützern im Fall eines Unglücks wie in Fukushima als nicht sicher genug. Die konservative Regierung setzt auf die Sicherheit der Anlagen und will an der Atomkraft festhalten.

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