"Der Dialog hat begonnen und muss fortgesetzt werden", sagte Philippe am Samstagabend nach den jüngsten Ausschreitungen in Paris und anderen Städten. Präsident Emmanuel Macron werde sich äussern "und Massnahmen vorschlagen, die diesem Dialog Nahrung geben" sollen. Nähere Angaben machte Philippe nicht.

Philippe dankte bei einem Besuch im Innenministerium den Sicherheitskräften. Die Beamten waren diesmal allein in der Hauptstadt mit einem Grossaufgebot von 8000 Kräften im Einsatz. Landesweit waren insgesamt 89'000 Sicherheitskräfte auf den Strassen unterwegs.

Die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo beklagte am Samstagabend "Szenen des Chaos" in ihrer Stadt. Opfer der Ausschreitungen seien vor allem die Händler; die Schäden seien "unermesslich". Viele Geschäfte und Sehenswürdigkeiten hatten am Samstag geschlossen, nachdem es am Wochenende zuvor zu bürgerkriegsähnlichen Szenen in Paris gekommen war.

Proteste in Belgien und Niederlanden

Die Proteste weiteten sich inzwischen auch auf das Nachbarland Belgien aus. In der belgischen Hauptstadt Brüssel wurden am Samstag bei Protesten der Gelbwesten ebenfalls etwa tausend Menschen festgenommen worden. Die meisten von ihnen wurden noch vor Beginn der Demonstration im Rahmen von "präventiven Massnahmen" in Gewahrsam genommen, wie die Polizei mitteilte.

In kleinerem Umfang gab es auch in den Niederlanden Protestaktionen. Mehrere Hundert Menschen protestieren am Samstag in den Niederlanden gegen die aus ihrer Sicht wachsende Kluft zwischen Arm und Reich protestiert.