Atomdebatte

Französische Atomaufsicht billigt Weiterbetrieb von AKW Fessenheim

In Fessenheim ist vorerst nicht Schluss (Archiv)

In Fessenheim ist vorerst nicht Schluss (Archiv)

Fessenheim soll am Netz bleiben. Die französische Atomaufsichtsbehörde ASN hat am Montag empfohlen, die Laufzeit des ältesten französischen AKW um zehn Jahre zu verlängern. Den definitiven Entscheid fällt die französische Regierung voraussichtlich im November.

Vorher soll der von der EU angeordnete Stresstest durchgeführt werden. Die ASN knüpfte ihre Zustimmung zudem an die Auflage, dass technische Verbesserungen vorgenommen werden. Verstärkt werden soll etwa das Betonfundament, auf dem der Reaktor steht.

Anfang Juni hatte die ASN den Betrieb des AKW jedoch als "zufriedenstellend" bewertet. Bei Reaktorsicherheit wie auch bei Umwelt- und Strahlenschutz liege Fessenheim "im französischen Durchschnitt". Der Reaktorblock 1 sei für zehn weitere Betriebsjahre "geeignet", sagte ASN-Direktor André-Claude Lacoste am Montag in Paris.

Der Reaktor des umstrittenen AKW wenige Kilometer nördlich von Basel wurde 1977 in Betrieb genommen. Es ist der älteste noch in Betrieb befindliche Druckwasserreaktor in Frankreich.

Gefährlicher Standort

Atomkraftgegner fordern seit Jahren die Stilllegung des AKW, das als besonders pannenanfällig gilt und zudem in einer Erdbebenzone steht. Gegner verweisen auch auf die Gefahr eines Dammbruchs am Rheinkanal, an dem das AKW liegt. In diesem Fall könnte nach ihrer Überzeugung wie in Fukushima das Kühlsystem ausfallen.

Darüber macht man sich auch im nahen Basel Sorgen. Die baselstädtischen Behörden sind weiterhin der Überzeugung, dass die Anlage abgestellt werden muss. Entscheidend seien die Bedingungen, unter welchen die Laufzeit verlängert werde, sagte Anne Lévy, Leiterin des Bereichs Gesundheitsschutz im Gesundheitsdepartement. Eine Verlängerung der Laufzeit sei aber "in jedem Fall bedenklich".

Das baselstädtische Kantonsparlament sowie die Regierungen beider Basel haben in den letzten Monaten die Stilllegung des AKW Fessenheim gefordert. Die jurassische Regierung schloss sich dieser Forderung an. Der jurassische Regierungspräsident Philippe Receveur kritisierte am Montag die Empfehlung der ASN. Sein Kanton werde weiter für die Stilllegung von Fessenheim kämpfen, sagte er.

Keine schweren Störfälle

Laut ASN meldete Fessenheim im vergangenen Jahr 43 Vorfälle. Davon sind drei auf Niveau 1 der achtstufigen internationalen Störfallskala (INES) eingestuft worden, die anderen auf Niveau 0. Der französische Stromkonzern EDF strebt auch für den um ein Jahr jüngeren Block 2 strebt eine Verlängerung der Laufzeit um zehn Jahre an.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1