UNO-Sicherheitsrat

Frankreich will zügig Militärintervention in Mali ermöglichen

Tuareg-Kämpfer (Archiv)

Tuareg-Kämpfer (Archiv)

Die Vorbereitungen für einen internationalen Militäreinsatz gegen islamistische Rebellen in Mali kommen voran. Frankreich kündigte in der Nacht zum Mittwoch in New York an, noch in diesem Monat eine Resolution im UNO-Sicherheitsrat einzubringen.

Der Kampfeinsatz gegen die den Norden Malis beherrschenden Rebellen soll von Truppen der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) geführt werden. Die EU will sich an der Ausbildung der Streitkräfte beteiligen und Geld geben.

Der derzeitige ECOWAS-Vorsitzende Alassane Ouattara hatte sich am Dienstagabend in Paris für einen zügigen Kampfeinsatz ausgesprochen. "Der politische Dialog ist sicher notwendig, aber eine Militärintervention erscheint mir unumgänglich", sagte der Staatschef der Elfenbeinküste nach Gesprächen mit Frankreichs Präsident François Hollande.

Ouattara widerspricht Prodi

Vom Sicherheitsrat verlange Ouattara in einem Radiointerview am Mittwoch, "schnell zu handeln, falls möglich, noch im Dezember". Dies habe er auch Hollande mitgeteilt. Damit widersprach der ivorische Staatschef dem UNO-Sondergesandten für die Sahelzone, Romano Prodi. Dieser hatte eine Intervention vor September 2013 ausgeschlossen.
Die 15 ECOWAS-Mitglieder hatten Mitte November beschlossen, eine 3300 Mann starke Eingreiftruppe nach Mali zu entsenden und die Vereinten Nationen um Zustimmung gebeten. Nach langem Zögern stimmte die Übergangsregierung in der Hauptstadt Bamako einer Intervention zu.

Im Norden Malis hatte es im vergangenen Winter nach der Rückkehr von Tuareg-Kämpfern aus Libyen einen Aufstand gegen die Zentralregierung gegeben. Unzufriedene Soldaten stürzten Ende März die Regierung in Bamako.

Tuareg-Rebellen brachten in dem anschliessenden Machtvakuum binnen weniger Tage gemeinsam mit Islamisten den Norden unter ihre Kontrolle. Seither haben die Islamisten die Tuareg-Rebellen vertrieben und die Scharia ausgerufen.

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