Dies sagte eine Quelle, die mit den Fällen vertraut ist, der Nachrichtenagentur AFP. Die Festgenommenen trugen Masken, Steinschleudern, Hämmer und Pflastersteine bei sich.

In Frankreich wird am Samstag mit schweren Ausschreitungen bei den Protesten der "Gelbwesten" gerechnet, insbesondere in der Hauptstadt. Die Regierung hat landesweit 89'000 Sicherheitskräfte mobilisiert, in Paris sind es 8000. Das sind rund ein Drittel mehr als am vergangenen Samstag, als bürgerkriegsähnliche Bilder um die Welt gingen. Einzelne Aktivisten rufen zur Einnahme des Elysée-Palasts auf, des Amtssitzes von Präsident Emmanuel Macron.

Pariser Touristen-Attraktionen wie Eiffelturm und Louvre sowie zahlreiche Geschäfte bleiben aus Furcht vor Chaos und Plünderungen geschlossen. Zudem bleiben 36 Stationen der U-Bahn und der Vorortbahnen RER geschlossen. Rund 50 Buslinien wurden unterbrochen oder umgeleitet.

Damit die Demonstranten keine Mittel für Barrikaden oder "Waffen" finden, wurden in Paris Bauabschrankungen und dergleichen weggeräumt.

Die Protestbewegung fordert den Rücktritt Macrons sowie allgemeine Steuersenkungen, höhere Renten und Löhne. Die bisherigen Zusagen der Regierung reichen den Aktivisten nicht aus.

Festnahmen

Wenige Stunden vor Massenprotesten der sogenannten Gelbwesten sind in Paris 278 Personen festgenommen worden. Viele der Personen haben sich offenbar Gruppen angeschlossen, die "Gewalt gegen Personen oder die Zerstörung von Gegenständen" vorbereitet haben.

Das bestätigte die Polizei der Nachrichtenagentur dpa. Eine Quelle, die mit den Fällen vertraut ist, sagte zuvor der Nachrichtenagentur AFP, dass einige der Festgenommenen Masken getragen sowie Steinschleudern, Hämmer und Pflastersteine bei sich gehabt hätten.

Nichts geht mehr

Gut zwei Wochen vor Weihnachten war das Shopping-Vergnügen deutlich eingeschränkt: Die Edelkaufhäuser Printemps und Galeries Lafayette verzichteten angesichts der Demonstrationen darauf, ihre Pforten zu öffnen. Auch andere Geschäfte blieben zu. Viele Touristen waren enttäuscht.

Familie Teng aus Hongkong steht vor dem abgesperrten Innenhof des Louvre, wo es im Sommer lange Warteschlangen gibt. Das Areal ist menschenleer. Die Tengs haben erst spät von der Schliessung erfahren und freuen sich schon darauf, bald in die südwestfranzösische Metropole Bordeaux weiterzufahren. "Da ist es hoffentlich ruhiger." Schwarzgekleidete Sicherheitsmitarbeiter hinter den Absperrgittern geben unwirsch Auskunft, Hinweisschilder sind nicht zu sehen.

Ana aus Spanien ist mit ihrer Mutter unterwegs, sie wollten eigentlich die Ausstellung des Malers Miró im Grand Palais sehen. Nun wandern sie durch die Innenstadt, wo einige Strassen gesperrt sind. "Wo geht es zur Seine?", fragen sie. Sie möchten dort entspannt einen Kaffee trinken, ohne Sirenengeheul und lärmende Polizeifahrzeuge.

(sda/jk)