«Sagen Sie es mir!» - dies die Antwort aus dem Umfeld der EU-Kommission auf die Frage, wie es mit dem institutionellen Rahmenabkommen weitergehen soll, nachdem Erfinder und Verhandlungsführer Bundesrat Didier Burkhalter seinen Rücktritt angekündigt hat.

In Brüssel herrscht offensichtlich Ratlosigkeit über die Schweizer Verhandlungsposition. Droht Bern in den Augen der EU-Kommission gar zu einem Verhandlungspartner à la Grossbritannien zu werden, der aufgrund seiner Unentschlossenheit eigentlich gar nicht verhandlungsfähig ist? «Wir vertrauen darauf, dass die Schweiz nicht die Briten Kontinentaleuropas werden wollen. Das Vorbild zeigt jeden Tag, warum man ihm nicht nacheifern sollte», sagt eine mit dem Dossier betraute Quelle.

Offiziell gibt man sich «zuversichtlich» für den weiteren Verlauf der Gespräche. Seit dem Treffen zwischen Kommissions-Chef Jean-Claude Juncker und Bundespräsidentin Doris Leuthard im April seien bereits «gute Fortschritte» erzielt worden. Was die innenpolitische Diskussion angehe, werde man sich hüten, sich einzumischen oder Ratschläge zu erteilen, so eine Kommissionssprecherin.