Frankreich

Fortsetzung in der Élysée-Soap: Trierweiler wütet - Hollande beichtet

François Hollande und Valérie Trierweiler (Archiv)

François Hollande und Valérie Trierweiler (Archiv)

First Lady Valérie Trierweiler will nach der Liebesaffäre von François Hollande nicht abdanken. Gerüchteweise hat sie das Präsidentenbüro für drei Millionen demoliert. Für den Präsidenten wird die Affäre politisch zu einem immer grösseren Problem.

Hollande hatte vergangene Woche an einer Pressekonferenz ausweichend erklärt, er werde sein Privatleben vor seinem Abflug in die USA am 11. Februar klären. Das dürfte aber nicht so einfach werden.

Wie das Wochenblatt «Canard Enchaîné» enthüllte, weigert sich Hollandes betrogene Lebenspartnerin Valérie Trierweiler, ein Communiqué zu unterschreiben, das die Trennung des Élysée-Paares offiziell bestätigen würde.

Barack und Michelle Obama wissen deshalb immer noch nicht, ob sie den französischen Staatsgast allein oder zu zweit bewirten müssen.

Und ob im letzteren Fall Valérie Trierweiler mit von der Partie ist – oder Hollandes neue Geliebte, die 41-jährige Schauspielerin Julie Gayet.

Und so werden die privaten Beziehungsprobleme für Hollande zunehmend zur politischen Belastung. Er gibt sich als entschlossener Staatsmann, scheint aber privat nicht in der Lage zu sein, sich zwischen den beiden Frauen in seinem aktuellen Leben zu entscheiden.

Schon 2012 hatte er tatenlos zusehen müssen, wie sich seine frühere Lebensgefährtin Ségolène Royal und Valérie Trierweiler via Twitter eine eifersüchtige Fehde lieferten.

Präsidentenbüro demoliert?

Jetzt wollte Hollande auf Zeit spielen, in der Hoffnung, dass seine aktuelle First Lady das Feld – das heisst den offiziell für «Madame» reservierten Flügel im Élysée – von sich aus räumen würde. Doch er hat die Rechnung ohne Madame gemacht.

Gerüchteweise soll sie Hollande sogar eine ausgewachsene Szene gemacht und das Mobiliar des Präsidentenbüros, in dem wertvolle Vasen stehen, für einen Schadenwert von drei Millionen Euro verwüstet haben.

Das «Mobilier National», das den Pariser Ministerien jeweils die Louis-Quinze-Bestuhlung und andere Dekors liefert, dementierte zwar postwendend.

Sicher ist, dass Trierweiler, nachdem sie sich eine Woche lang im Pariser Spital La Pitié-Salpêtrière von einem Nervenzusammenbruch erholt hatte, in der präsidialen Wochenendresidenz Lanterne am Rande von Schloss Versailles weiterhin stille Tage verbringt.

Die Franzosen fragen sich, wer jetzt eigentlich ihre First Lady sei. Die «Première Dame» hat zwar kein offizielles Statut, verfügt aber im Élysée über staatlich finanzierte Büros und Bedienstete. Und vor allem repräsentiert sie Frankreich gegen aussen.

So wollte sie in den nächsten Tagen nach Indien reisen, um als Vertreterin ihres Landes ein Projekt der Hungerhilfe zu begleiten. Diese Reise ist nun in der Schwebe. Die Pariser Medien glauben, dass Trierweiler nach Versailles abgeschoben worden sei.

Das Klatschheft «Closer», das Hollandes Liebschaft publik gemacht hatte, überschrieb gestern eine neue Story: «Sie wollen sie zum Schweigen bringen.»

Was beichtet Hollande dem Papst?

Das Élysée schweigt dazu verlegen. Hollande hat genug Sorgen mit der «Affäre». Bei jeder Gelegenheit wird er darauf angesprochen.

In Den Haag musste der französische Präsident vor allem Fragen zu seinem Privatleben beantworten.

Und als er mit einem amüsierten Kompliment den Umstand lobte, dass die holländischen Parlamentskammern durch zwei Frauen geleitet würden, kam sofort das Echo aus Paris: In Paris werde eher der Präsident von zwei Frauen geführt.

Heute Freitag fliegt der Präsident zur Papstaudienz nach Rom. In Frankreich wird nun nur darüber geredet, welche Privatsünden der Präsident wohl Franziskus beichten werde.

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