Das zeigt ein Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO), der bei der Welt-Aids-Konferenz in Washington vorgestellt wurde. In Ländern mit hohem Durchschnittseinkommen waren es zwischen 10 und 17 Prozent - unter anderem, weil die Medikamente dort schon länger zugänglich sind.

"Die zunehmende Resistenz gegen HIV-Medikamente könnte den jahrelangen Trend sinkender Zahlen bei Erkrankungen und Todesfällen in Folge von HIV/Aids in Ländern mit niedrigem und mittlerem Durchschnittseinkommen gefährden", sagte Silvia Bertagnolio von der WHO.

Werte so erwartet

Die Werte seien jedoch angesichts der immer grösseren Verbreitung von HIV-Medikamenten zu erwarten gewesen. Einige Wissenschaftler hätten sogar mit noch höheren gerechnet. "Noch haben wir das unter Kontrolle." Der "WHO HIV Drug Resistance Report 2012" basiert auf von der WHO gesammelten Daten und der Auswertung von mehr als 120 in den vergangenen acht Jahren entstandenen Studien.

Am schnellsten - im Vergleich der Regionen mit geringem und mittlerem Durchschnittseinkommen - hätten sich Resistenzen im Osten Afrikas ausgebreitet.

Die Rate liege bei fast 30 Prozent pro Jahr, sagte Ravindra Gupta vom University College in London, der gemeinsam mit Bertagnolio und einem Team von Wissenschaftlern Teile des WHO-Datenmaterials und andere Studien für einen Beitrag im Fachmagazin "Lancet" ausgewertet hatte. Im Süden Afrikas lag die Zunahmerate demnach bei 14 Prozent pro Jahr.

Beratung ist wichtig

Retrovirale Medikamente können die Verbreitung des Virus im Körper von HIV-Infizierten deutlich verlangsamen. Wenn sie allerdings nicht ordnungsgemäss und regelmässig eingenommen werden, können sich Mutationen des Virus bilden und zu Resistenzen führen.

Die WHO mahnt deshalb, dass HIV-Infizierte bei der Therapie qualifizierte Beratung brauchen und die Entwicklung der Resistenzen streng überwacht werden muss.