Die Piloten der beiden Maschinen konnten den Tower nicht erreichen, standen aber in Kontakt mit einer regionalen Leitstelle in Virginia, etwa 65 Kilometer entfernt, wie ein Sprecher der Verkehrssicherheitsbehörde (NTSB) erklärte.

Die Lotsen in Virginia hätten im Tower von Reagan National telefonisch niemanden erreicht. Die US-Luftfahrtbehörde (FAA) bestätigte den Zwischenfall und erklärte, sie prüfe, ob alle Vorschriften eingehalten worden seien.

In einer ersten Reaktion ordnete Verkehrsminister Ray LaHood an, dass auf dem Reagan-Flughafen in den späten Nachtstunden künftig zwei Fluglotsen anwesend sein müssen. Ausserdem lasse er die personelle Besetzung auf anderen US-Flughäfen überprüfen, sagte LaHood.

Fragen der Übermüdung

An dem Zwischenfall beteiligt waren eine Boeing 737 der American Airlines mit 97 Menschen an Bord und ein Airbus A320 von United Airlines mit 68 Insassen. Flugsicherheitsexperten sagten, Menschen seien vermutlich nicht gefährdet gewesen.

Ein früheres NTSB-Vorstandsmitglied erklärte, der Vorfall werfe Fragen nach Dienstplan und möglicher Übermüdung der Lotsen auf. "Wenn nichts los ist, ist es schlimmer", sagte John Goglia. "Wenn es ruhig ist, müssen sie nur ein bisschen müde sein, und schon schlafen sie ein."