Diese Frage stellten zwei Doktoranden der Warwick Universität in England in ihrer kürzlich veröffentlichten Studie «Fanning the Flames of Hate: Social Media and Hate Crime».

Karsten Müller und Carlo Schwarz analysieren, welcher Zusammenhang zwischen Hasskommentaren auf der Facebook-Seite der Alternative für Deutschland (AfD) und Übergriffen auf Flüchtlinge in Deutschland besteht. 

Ihr Fazit: 

  • In Gemeinden, wo es viele sehr aktive Nutzer der AfD-Facebook-Seite gibt, gibt es viermal mehr Angriffe auf Geflüchtete als in Gemeinden ohne intensive Nutzung der AfD-Facebook-Seite.
  • Wenn es mehr flüchtlingsfeindliche Postings gibt, steigt die Zahl der Brandstiftungen, Übergriffe und Sachschäden.
  • In Wochen, in denen besonders viele Hasskommentare auf der AfD-Facebook-Seite gepostet werden, kommt es vermehrt zu Angriffen auf Geflüchtete.
  • Ebenfalls haben Posts auf Facebook einen deutlich geringeren Effekt, wenn andere Nachrichten die Medienaufmerksamkeit auf sich ziehen. Zu erkennen war dieser Effekt insbesondere in der Zeit um den Brexit, während der amerikanischen Präsidentschaftswahl oder während grosser Sportereignisse wie die Fussball-Europameisterschaft 2016.

Die Verfasser der Studie wagen laut The Economist zudem folgendes Gedankenspiel: Während dem Untersuchungszeitraum hätte es in einer Welt ohne rechte Hasskommentare 13 Prozent beziehungsweise 437 Angriffe weniger gegeben. (kün)