An der Aktion am frühen Dienstagmorgen nahmen nach Angaben von Greenpeace 57 Teilnehmer aus 14 Ländern teil. Auch ein Schweizer Aktivist sei Teil der Aktion gewesen. Der Schweizer Kletterer befände sich momentan auf einem elsässer Polizeikomissariat, wie die französische Medienstelle der Umweltorganisation gegenüber «20 Minuten» sagte.

Die in einem Lastwagen transportieren Aktivisten überstiegen kurz vor 6 Uhr morgens mit Hilfe von Leitern ungehindert den Sicherheitszaun.

Dann entfalteten mehrere Aktivisten von der Betonkuppel eines Reaktors ein Banner mit der Aufschrift "Stop risking Europe!" ("Beendet das Risiko für Europa").

Nach einigen Stunden meldete die französische Elektrizitätsgesellschaft (EDF), alle Eindringlinge seien festgenommen worden. Die Behörden hatten zuvor bereits bekanntgegeben, die Greenpeace-Leute seien "sofort entdeckt und als Umwelt-Aktivisten erkannt worden". Die "reine Medienaktion" habe die Sicherheit der Anlage zu keinem Zeitpunkt gefährdet.

Das rund 50 Kilometer nördlich von Basel gelegene AKW Fessenheim ist das älteste Atomkraftwerk Frankreichs. Mit der Aktion solle auf die "Gefahr durch alternde Atomkraftwerke in Europa" aufmerksam gemacht werden, teilte Greenpeace mit.

Hohes Erdbebenrisiko

Fessenheim liege nur einen Kilometer westlich der deutsch-französischen Grenze, betonte Susanne Neubronner von Greenpeace Deutschland. Ein schwerer Reaktorunfall dort könnte auch "weite Teile Deutschlands für Jahrzehnte unbewohnbar machen".

Umweltschützer auf beiden Seiten des Rheins sowie in der Schweiz fordern seit Jahren die Stilllegung des Atomkraftwerks.

Sie verweisen auf das hohe Erdbebenrisiko im Rheingraben. Nach Ansicht der Atomkraftgegner könnte bei einem Beben der Damm des Rheinkanals brechen und das AKW überschwemmt werden.

Die beiden 900-Megawatt-Reaktoren von Fessenheim wurden 1977 und 1978 in Betrieb genommen. Der sozialistische Präsident François Hollande hat die Stilllegung des Meilers bis Ende 2016 versprochen.

Greenpeace hatte vor zwei Wochen anlässlich des dritten Jahrestags der Atomkatastrophe von Fukushima Protestaktionen in mehreren Atomanlagen durchgeführt, darunter auf dem Gelände des Atomkraftwerks Beznau.

(Quelle: youtube.com/BFMTV)

Fessenheim: Greenpeace-Aktion