Libyen

Familie des Ex-Machthabers Gaddafi flüchtet nach Algerien

Ein Bild von Muammar al-Gaddafi

Ein Bild von Muammar al-Gaddafi

Nach der Beruhigung der Lage in Tripolis haben die libyschen Rebellen und die NATO den Druck auf Sirte, die Geburtsstadt von Muammar al-Gaddafi, verstärkt. Gleichzeitig geht die Suche nach Gaddafi weiter. Vier Familienmitglieder sind in Algerien aufgetaucht.

Gaddafis Frau Safija, seine Söhne Hannibal und Mohammed sowie die Tochter Aischa sollen nach Angaben des algerischen Aussenministeriums am Montagmorgen eingereist sein. Die libyische Übergangsregierung und UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon seien davon unterrichtet worden, berichtete die algerische Nachrichtenagentur APS unter Berufung auf das Ministerium.

Über den Aufenthaltsort Gaddafis gibt es weiterhin keine gesicherten Erkenntnisse. Nach einem Bericht der italienischen Nachrichtenagentur Ansa sind der Diktator und sein Sohn Al-Saadi in Bani Walid 100 Kilometer südöstlich von Tripolis untergetaucht. Die Agentur beruft sich dabei auf "diplomatische libysche Quellen". Sein Sohn Chamis sei mit höchster Wahrscheinlichkeit während des Rückzugs erschossen worden.

Verhandlungen in Sirte

Derweil kommt der Vormarsch auf die Hafenstadt nur langsam voran. Die Übergangsregierung bemüht sich im Gespräch mit Stammesführern in Sirte um eine friedliche Übergabe der Stadt. Gleichzeitig kämpfen sich die Rebellen aber zu der strategisch bedeutenden Hafenstadt vor, um sie notfalls anzugreifen. Die Küstenstadt gilt ebenfalls als möglicher Zufluchtsort des untergetauchten Gaddafi.

Für die Operation in Sirte fehlten aber erfahrene Kämpfer, berichtete eine Korrespondentin des Nachrichtensenders Al-Dschasira am Montag. Die NATO beschoss nach eigenen Angaben zuletzt Radarstationen, Abschussbasen für Boden-Luft-Raketen und Armeefahrzeuge in der Umgebung von Sirte.

Nach Einschätzung der militärischen Führung könnte es noch zehn Tage dauern, bis Sirte erreicht ist.

Tripolis unter Kontrolle

Die 360 Kilometer westlich gelegene Hauptstadt Tripolis stand indes nahezu vollständig unter Kontrolle der Aufständischen. In der Nacht waren nur vereinzelt Explosionen und Schüsse zu hören. Auch in den Spitälern hat sich die Lage stabilisiert. Es gebe kaum noch neue Verletzte, welche behandelt werden müssten, hiess es von Seiten der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF).

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1