87 Tote

Experten bestätigen Giftgaseinsatz in Syrien im April

Eine Untersuchungskommission der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) hat den Einsatz von Giftgas in der syrischen Stadt Chan Scheichun am 4. April bestätigt. Damals kamen mindestens 87 Menschen ums Leben.

Die von OPCW-Experten gesammelten Informationen führten zu dem Schluss, "dass eine grosse Zahl der Menschen, von denen einige starben, Saringas oder einer Saringas-ähnlichen Substanz ausgesetzt waren", heisst es in einem vertraulichen Bericht, der der Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag (Ortszeit) in New York in Auszügen vorlag.

Das Giftgas sei sehr wahrscheinlich dort freigesetzt worden, wo nun "ein Krater in der Strasse" klaffe. Die Experten seien der Auffassung, "dass solch eine Freisetzung nur als Einsatz von Saringas als chemische Waffe eingestuft" werden könne, heisst es in dem Bericht. Ein gemeinsames Gremium der OPCW und der UNO soll nun klären, ob die syrische Regierung hinter dem Angriff steckte.

Durch den Angriff waren mindestens 87 Menschen getötet worden, darunter zahlreiche Kinder. Die USA, Grossbritannien und Frankreich hatten die Truppen von Syriens Machthaber Baschar al-Assad dafür verantwortlich gemacht. Als Reaktion beschoss die US-Armee den syrischen Luftwaffenstützpunkt Al-Schairat, von dem der Giftgas-Angriff ausgegangen sein soll, mit Marschflugkörpern.

Regime kontert Kritik

Die syrische Regierung wies die Vorwürfe wiederholt zurück. Mitte April sagte Assad in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP, der Giftgas-Angriff in Chan Scheichun sei zu "hundert Prozent konstruiert".

Die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley, erklärte am Donnerstag, sie habe "höchstes Vertrauen in den OPCW-Bericht". "Jetzt, wo wir die nicht zu leugnende Wahrheit kennen, sehen wir einer unabhängigen Untersuchung entgegen, um genau zu bestätigen, wer für diese brutalen Angriffe verantwortlich war, damit wir Gerechtigkeit für die Opfer erringen können", fügte sie hinzu.

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