USA

Ex-Republikaner Amash strebt Präsidentschaftskandidatur an

Der ehemalige Republikaner Justin Amash lotet die Möglichkeit einer unabhängigen Kandidatur für die US-Präsidentschaft aus. (Archivbild)

Der ehemalige Republikaner Justin Amash lotet die Möglichkeit einer unabhängigen Kandidatur für die US-Präsidentschaft aus. (Archivbild)

Im Rennen um die US-Präsidentschaft hat sich der unabhängige Abgeordnete Justin Amash ins Spiel gebracht. Er habe einen Sondierungsausschuss ins Leben gerufen, der die Möglichkeit für eine Präsidentschaftsnominierung der Libertären Partei auslote, so Amash

"Ich bin aufgeregt und geehrt, diese ersten Schritte dahin zu gehen, Amerikanern jeden Hintergrundes als Präsident zu dienen", schrieb er am Dienstag (Ortszeit) auf Twitter. Dazu verlinkte er eine Kampagnen-Webseite mit dem Titel "Amash for America".

Der Abgeordnete aus dem Gliedstaat Michigan war im Juli 2019 aus Kritik am Zustand des Zwei-Parteien-Systems bei den Republikanern ausgetreten und hatte sich für unabhängig erklärt. Der 40-Jährige ist wiederholt mit scharfer Kritik an US-Präsident Donald Trump aufgefallen. So schloss er sich im Sommer einer Resolution an, die die als rassistisch kritisierten Attacken Trumps auf vier demokratische Abgeordnete verurteilte.

Obwohl die Vorwahlen noch laufen, steht bei den Demokraten Joe Biden als Präsidentschaftskandidat quasi fest, nachdem sich der linke Senator Bernie Sanders aus dem Rennen zurückgezogen hat. Auch die Vorwahl im Bundesstaat Ohio am Dienstag entschied der 77-jährige frühere Vize-Präsident Medienberichten zufolge klar für sich, auch wenn Sanders noch mit auf dem Wahlzettel stand.

Wegen der Corona-Pandemie konnte bei der von Mitte März auf Dienstag verschobenen Wahl nur per Brief abgestimmt werden. Die offizielle Kandidatenkür ist im Sommer geplant, wenn auf einem Demokraten-Parteitag der Herausforderer des republikanischen Amtsinhabers Trump nominiert wird.

Unklar ist, wie sich eine Kandidatur Amashs auf die US-Wahl auswirken könnte. Denkbar wäre laut "New York Times" etwa, dass der konservative Amash Wähler abfischen könnte, die sonst - wenn auch widerstrebend - Biden ihre Stimme gegeben hätten, weil sie gegen Trump sind. Das würde Trump eher zur Wiederwahl verhelfen. Andererseits könnte Amash mit seiner fundamentalen Kritik an der Parteipolitik Konservative aus Trumps Lager abziehen und damit Biden nach vorn bringen.

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