Das Gericht in Seoul erhöhte damit am Freitag die von einer niedrigeren Instanz im April verhängte Strafe um ein Jahr. Die Staatsanwaltschaft war in Berufung gegangen. Sie hatte ursprünglich 30 Jahre Haft sowie eine Geldstrafe gefordert. Park befindet sich bereits seit Ende 2017 in Gewahrsam. Sie hat erklärt, sich nicht falsch verhalten zu haben. Die 66-Jährige war zur Urteilsverkündung nicht im Gerichtssaal.

Die Richter sahen es im April als erwiesen an, dass Park und ihre Vertraute Choi Soon Sil Bestechungsgelder in Millionenhöhe von Grosskonzernen wie Samsung angenommen haben. Das Geld floss demnach in Stiftungen, die der damaligen Präsidentin Unterstützung und zusätzlichen Einfluss sichern sollten. Im Juli wurde Park in einem separaten Verfahren zu acht weiteren Jahren Gefängnis verurteilt. Dabei ging es um Wahleinmischung und den Verlust von Regierungsgeldern.

Der Skandal um Park und deren Vertraute Choi hatte grosse Wellen in der südkoreanischen Gesellschaft geschlagen. Nach Bekanntwerden der Vorwürfe formierte sich eine Protestbewegung gegen Park. Auf Demonstrationen forderten Hunderttausende ihren Rücktritt. Schliesslich enthob sie das Verfassungsgericht ihres Amtes. Park ist damit das erste demokratisch gewählte Staatsoberhaupt Südkoreas, das zum Rücktritt gezwungen wurde.