Es sei "offensichtlich, dass es irgendwo ein Problem gibt", sagte ein EU-Sprecher.

Er verwies am Dienstag darauf, dass alle EU-Staaten wegen der Ebola-Epidemie zur Einführung verlässlicher und abgestimmter Verfahren aufgefordert waren, um eine Ausbreitung des Virus in Europa zu verhindern.

Das spanische Gesundheitsministerium hatte am Montag die Infektion der Pflegerin des Madrider Klinik Carlos III. bestätigt. Im Spital waren im August und September zwei spanische Missionare nach ihrer Rückkehr aus Westafrika an Ebola gestorben. Die Frau hatte nach Angaben der Gesundheitsbehörden die beiden Erkrankten gepflegt.

Am Ebola-Erreger, der über Körperflüssigkeiten übertragen wird, sind in Westafrika bereits mehr als 3400 Menschen gestorben. Neben Liberia sind insbesondere Sierra Leone und Guinea von der Epidemie betroffen.

Trotz der Infektion der Pflegerin sei Brüssel aber nicht beunruhigt, dass sich das Virus weiter in Europa ausbreiten könnte, sagte der Kommissionssprecher. Dies sei "höchst unwahrscheinlich". Die EU-Kommission hoffe nun, bis Mittwoch erste Antworten aus der Untersuchung der spanischen Behörden zu erhalten.

Weitere Fälle nicht ausgeschlossen

Die Pflegerin hatte offenbar am 30. September erste Krankheitsanzeichen. Sie ging aber erst Tage später zum Arzt, als ihre Ferien zu Ende waren. In der Zwischenzeit hatte sie Kontakt mit rund 30 Menschen, die nun von den spanischen Gesundheitsbehörden auf Symptome überwacht werden.

Die spanischen Gesundheitsbehörden schlossen weitere Fälle nicht grundsätzlich aus. "Die Wahrscheinlichkeit von Infektionen ist gering, aber sie existiert", sagte Fernando Simón, Chef der Notfallzentrale des Ministeriums, dem Radiosender Cadena Ser.