Die Politik von Präsident Recep Tayyip Erdogan sei "nicht mit den europäischen Grundwerten vereinbar", sagte Schulz dem "Kölner Stadt-Anzeiger" vom Montag. Erdogan stelle damit "sinnvolle Verhandlungen über einen EU-Beitritt der Türkei nicht nur in Frage", sondern mache sie "faktisch unmöglich".

Schulz bekräftigte, dass die im Zuge des Flüchtlingsabkommens in Aussicht gestellte Visa-Freiheit türkischer Staatsbürger bei Reisen in die EU im Europa-Parlament nicht beraten werden könne, solange Ankara nicht alle Bedingungen erfülle. Dazu gehöre vor allem die Änderung des weit gefassten Anti-Terror-Gesetzes.

"Wir alle sind gefordert, klarzumachen, dass wir die Monopolisierung der Macht in der Hand eines Mannes nicht kommentar- und tatenlos akzeptieren", sagte Schulz. Eine Aufkündigung des EU-Türkei-Flüchtlingsabkommens wäre nach Auffassung von Schulz trotzdem falsch. "Den Preis würden am Ende die Flüchtlinge bezahlen." Nötig sei "ein gutes Abkommen".