Atomprogramm

EU droht Nordkorea nach Raketentests mit verschärften Sanktionen

Nordkorea hat nach eigenen Angaben Anfang Juli diese Interkontinentalrakete testweise abgefeuert. Sie trägt den Namen "Hwasong-14".

Nordkorea hat nach eigenen Angaben Anfang Juli diese Interkontinentalrakete testweise abgefeuert. Sie trägt den Namen "Hwasong-14".

Nach den jüngsten Raketentests hat die EU Nordkorea mit verschärften Sanktionen gedroht. Die EU-Aussenminister verurteilten am Montag «die Beschleunigung der Atom- und Raketenprogramme» Nordkoreas und insbesondere den Test einer Interkontinental-Rakete Anfang Juli.

Die EU ziehe deshalb in Abstimmung mit ihren internationalen Partnern "weitere angemessene Reaktionen" in Betracht, hiess es in einer Erklärung. Dazu gehörten insbesondere zusätzliche "restriktive Massnahmen" der EU.

Die EU-Aussenminister begrüssten gleichzeitig das Angebot Südkoreas für einen "glaubwürdigen und sinnvollen Dialog" sowie "vertrauensbildende Massnahmen, um die Spannungen zu entschärfen".

Die EU-Aussenbeauftragte Federica Mogherini verwies darauf, dass die EU bereits "das härtestes Sanktionsregime zu Nordkorea" habe. Neben eigenen Sanktionen hätten die Europäer auch alle Strafmassnahmen im Rahmen der UNO umgesetzt. Gleichzeitig müsse aber "der Kanal für politische Kontakte" offenbleiben.

Südkoreas neuer Präsident Moon Jae In spricht sich für einen Dialog mit dem Norden aus. Das südkoreanische Verteidigungsministerium hatte dem Norden am Montag Gespräche zu Spannungen entlang der beiderseitigen Grenze angeboten. Als Termin schlug Seoul den kommenden Freitag vor. Sollte das Treffen zustande kommen, wäre es das erste derartige Treffen seit Dezember 2015.

Atomwaffenprogramm trotz Sanktionen

Nordkorea unterhält trotz umfassender Sanktionen seit Jahren ein Atomwaffenprogramm. Seit 2006 hat das Land insgesamt fünf Atomwaffentests vorgenommen, davon zwei im vergangenen Jahr. Anfang Juli testete Nordkorea erstmals eine Interkontinentalrakete, die nach Einschätzung von Experten auch den US-Bundesstaat Alaska erreichen könnte.

Die EU hatte erst im April ihre Sanktionen ausgeweitet. Sie beschloss damals verschärfte Verbote für Investitionen in die Rüstungs-, Metall- und Luftfahrtindustrie des isolierten Landes und untersagte Dienstleistungen im Informatikbereich sowie für Chemie-, Bergbau- und Raffinerieanlagen. Zudem belegte die EU vier weitere Nordkoreaner mit Einreiseverboten und Vermögenssperren, denen die Unterstützung von Pjöngjangs Atom- und Raketenprogramm vorgeworfen wird.

Bilder aus dem Alltag in Nordkorea:

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