Das sagte der türkische Vizeregierungschef Numan Kurtulmus am Samstag. Insgesamt flohen seit dem Beginn des syrischen Bürgerkriegs vor dreieinhalb Jahren fast 1,5 Millionen Menschen in die Türkei.

Der jüngste Flüchtlingsstrom war durch die Offensive der Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) auf die Kurdenstadt Ain al-Arab unweit der Grenze zur Türkei ausgelöst worden. Dort lieferten sich die Islamisten Gefechte mit Kurdenmilizen und nahmen laut Aktivisten binnen zwei Tagen 60 umliegende Dörfer ein.

Die türkischen Behörden hatten sich zunächst geweigert, die syrischen Kurden ins Land zu lassen. Nach Protesten sah sich Ankara jedoch gezwungen, am Freitag tausende Menschen passieren zu lassen, die sich seit Donnerstag an dem mit Stacheldraht bewehrten Grenzzaun gesammelt hatten. Die türkische Regierung sprach daraufhin von einer "Ausnahme" wegen der Kämpfe in Syrien.

In den Wirren des syrischen Bürgerkriegs errichteten die Kurden in den von ihnen bewohnten Gebieten im Norden des Landes eine weitgehend selbst regierte Region. Diese mussten sie wiederholt gegen Attacken der IS-Milizionäre verteidigen.