Vielleicht kam Malaysia Airlines HM370 vor zehn Tagen nicht zufällig vom Kurs ab. Je länger die Boeing 777 verschollen bleibt, desto wahrscheinlicher wird die These einer Entführung durch einen der beiden Piloten. Es wäre indes kein neues Phänomen, dass ein Kapitän sein eigenes Flugzeug kapert. Die International Business Times hat mehrere solche Fälle zusammengetragen.

2014: Ethiopian Airlines

Der Co-Pilot von Flug 702 wird verhaftet, nachdem er seine Boeing 767-300 von der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba vom Kurs abbringt und nach Genf anstatt nach Rom fliegt. Der Mann begründet die Entführung nach der Landung mit dem Wunsch, in der Schweiz Asyl zu beantragen. Er wird auf der Stelle verhaftet. Weder Passagiere noch Crewmitglieder kommen zu Schaden.

1998: Asia Pasific Ailrines

Der Pilot eines chinesischen Inlandfluges entführt eine Boeing 747-200F nach Tawain. Damit will er gegen seinen Lohn und seine Arbeitsbedingungen protestieren. Alle Fluggäste überleben.

1971: Pakistanische Luftwaffe

Ein pakistanischer Militärpilot versucht zu Beginn des bengalischen Unabhängigkeitskrieges, ein T-33-Trainingsflugzeug nach Indien zu entführen. Der Leutnant will sich dort der Freiheitsbewegung anzuschliessen. Sein Instruktor macht ihm indes einen Strich durch die Rechnung. Es kommt zum Handgemenge und die Maschine stürzt ab. Beide Piloten sterben.

1950: Tschechoslowakische Staatsairline

Acht ehemalige Luftwaffenpiloten bringen drei Flugzeuge der tschechoslowakischen Staatsairline in ihre Gewalt und fliegen diese nach Deutschland in amerikanisch kontrolliertes Territorium. Die Piloten hoffen auf ein besseres Leben im Westen, weit weg vom kommunistischen Regime in der Heimat. Die Flugzeuge landen sicher. Einige Passagiere kehren freiwillig zurück in die Tschechoslowakei, wo sie die Regierung als Helden feiert. Passagiere, die in Deutschland bleiben, werden zu Kriminellen erklärt. (nch)