Dies teilte die Stadtverwaltung von Donezk am Samstag mit. Auch Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten von den grossen Städten der Region, es sei über Nacht ruhig geblieben. Auch in der zuletzt heftig umkämpften Hafenstadt Mariupol schwiegen die Waffen, wie Kämpfer des regierungstreuen Asow-Bataillons erklärten.

Die prowestliche Führung in Kiew bekräftigte, sich an die am Freitag in Minsk beschlossene Feuerpause zu halten. Allerdings habe die Armee auch Order, auf mögliche Angriffe der moskautreuen Aufständischen zu reagieren, sagte der regierungsnahe Militärexperte Dmitri Tymtschuk.

"Am Flughafen von Donezk versuchten die Terroristen etwa, die Regierungseinheiten mit Flammenwerfern zu provozieren", sagte er. Die Separatisten warfen ihrerseits der Armee vor, nach dem offiziellen Beginn der Waffenruhe am Freitag im Raum Gorlowka vorgerückt zu sein.

"Dort war der Befehl aus Kiew offenbar noch nicht angekommen. Wir haben aber die Kämpfe gestoppt", teilten die militanten Gruppen in der Grossstadt Donezk mit. Der Chef der regierungstreuen Nationalgarde, Stepan Poltorak, sprach von "unbedeutenden Verstössen" unmittelbar nach Beginn der Feuerpause.

Gefangenenaustausch

Dem Militärexperten Tymtschuk zufolge könnten die Konfliktparteien noch am Samstag mit einem vereinbarten Gefangenenaustausch beginnen. Die Konfliktparteien waren am Freitag neben der Waffenruhe übereingekommen, einen Truppenabzug und den Austausch aller Gefangenen vorzunehmen.

Ebenfalls für Samstag hatte Russland einen zweiten Hilfskonvoi mit Lebensmitteln für die Ostukraine angekündigt. Moskau hatte vor kurzem eine Kolonne mit mehr als 250 Lastwagen eigenmächtig in die Ostukraine geschickt und damit heftige Proteste ausgelöst. (sda)