Die überraschendsten SiegerInnen:

Erster offen schwuler Gouverneur

Im Bundesstaat Colorado eroberte der Demokrat Jared Polis das Gouverneursamt. Damit wird er der erste offen homosexuelle Mann in einem solchen Amt. Polis vertrat den Bundesstaat Colorado seit 2008 im Repräsentantenhaus. Davor hatte er als erfolgreicher IT-Unternehmer ein Millionenvermögen verdient.

Jared Polis

Jared Polis

Zwei Muslimas ziehen in den Kongress ein

In Zeiten, in denen die Trump-Administration einen «muslim ban» durchzusetzen versucht, senden die Wähler in Michigan und Minnesota ein starkes Zeichen: Mit Rashida Tlaib (42) und Ilhan Omar (36) schafften erstmals in der Geschichte muslimische Frauen den Einzug in den Kongress. Die beiden Frauen werden solid demokratische Distrikte im Repräsentantenhaus vertreten. Rashida Tlaib ist das älteste von 14 Kindern von palästinensisch-amerikanischen Eltern. Omar wird die erste Frau im Kongress sein, die ein Kopftuch trägt. Sie wurde in der somalischen Hauptstadt Mogadischu geboren und floh als Kind vor dem Bürgerkrieg in ihrer Heimat, erst nach Kenia und dann in die USA.

Ilhan Omar

Ilhan Omar

Jüngste Kongressabgeordnete und Star der US-Linken

Sie sorgte bereits im Juni für Schlagzeilen: Die damals noch 28-jährige Alexandria Ocasio-Cortez schlug in den Vorwahlen Joe Crowley, ein Schwergewicht der Demokraten. Nun hat sie kurz nach ihrem 29. Geburtstag problemlos die Wahl 14. Kongressdistrikt von New York geschafft. Er umfasst Teile von Brooklyn und Queens. Die ausgebildete Ökonomin mit puerto-ricanischen Wurzeln ist in der kurzen Zeit ihrer nationalen Berühmtheit bereits zu einer Leaderfigur des progressiven Flügels der Demokraten aufgestiegen. Sie unterstütze mit ihren Auftritten andere linke Kandidaten im Wahlkampf.

Alexandria Ocasio-Cortez

Alexandria Ocasio-Cortez

Nach 10'000 «Einwanderern»: Zwei indigene Frauen in Kongress gewählt

Mit Deb Haaland vom Laguna-Stamm und Sharice Davids vom Winnebago-Volk schafften erstmals in der Geschichte der Vereinigten Staaten zwei Angehörige der «native americans», der US-Ureinwohnern, die Wahl in den Kongress. Die beiden ausgebildeten Juristinnen schafften die Wahl für die Demokraten in New Mexico beziehungsweise Kansas. Erstaunlich: Seit der Unabhängigkeit der USA im Jahr 1776 dienten mehr als 10'000 Menschen im Senat und im Repräsentantenhaus. Keine davon war «Native American».

Frauen

Noch sind nicht alle Wahlkreise ausgezählt. Zur den Midterms sind so viele Frauen als Kandidatinnen angetreten wie noch nie. Im abtetenden Kongress sassen 104 Frauen, was einem Anteil von 19,4 Prozent entspricht. Bis am frühen Mittwochmorgen (Schweizer Zeit) hatten gemäss LA Times 67 Frauen die Wahl in den Kongress geschafft. Gut möglich, dass eine rekordhohe Zahl erreicht wird und der neue Kongress so weiblich geprägt ist, wie noch nie. (cbe)