Syrien

Erneute Waffenruhe in drei Ortschaften in Syrien in Kraft getreten

Bewohner eines Viertels der syrischen Hauptstadt Damaskus begutachten den Schaden nach einem mutmasslichen Regierungsangriff. Ein US-Sondergesandter unternimmt einen weiteren Anlauf für eine friedliche Lösung des Konflikts. (Archivbild)

Bewohner eines Viertels der syrischen Hauptstadt Damaskus begutachten den Schaden nach einem mutmasslichen Regierungsangriff. Ein US-Sondergesandter unternimmt einen weiteren Anlauf für eine friedliche Lösung des Konflikts. (Archivbild)

In drei umkämpften Ortschaften in Syrien ist am Donnerstag eine neue Waffenruhe in Kraft getreten. In der Stadt Sabadani nahe der libanesischen Grenze sowie in den schiitischen Dörfern Fuaa und Kafraja in der Provinz Idlib sollen für zwei Tage die Waffen schweigen.

Dies teilte die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Sabadani liegt nordwestlich von Damaskus und wird von den Rebellen gehalten, die schiitischen Dörfer von den Regierungstruppen. Mohammed Abu Kassem, Generalsekretär der Partei Tadamun (Solidarität) bestätigte die Kampfpause.

In den drei Ortschaften hatte vom 12. bis zum 15. August schon einmal eine Waffenruhe gegolten, sie war aber nach Angaben der Beobachtungsstelle wegen Differenzen zwischen Regierung und Aufständischen über die Freilassung von Gefangenen nicht verlängert worden. Die Organisation bezieht ihre Informationen von einem Netzwerk vor Ort, weshalb die Angaben kaum von unabhängiger Seite überprüfbar sind.

Die Regierungstruppen von Präsident Baschar al-Assad versuchen seit Anfang Juli, Sabadani zurückzuerobern. Fuaa und Kafraja wurden wiederum von den Rebellen eingekreist und attackiert.

USA-Gesandter auf neuer Syrien-Mission

Der syrische Bürgerkrieg dauert seit März 2011 an. Der neue US-Sondergesandte für Syrien, Michael Ratney, reist diese Woche unter anderem nach Russland, Saudi-Arabien und zur UNO-Vertretung nach Genf. Er soll dort Möglichkeiten für einen politischen Ausweg aus dem Syrien-Konflikt ausloten.

Dabei gehe es um "Optionen für eine Art politischen Prozess, einen politischen Prozess, von dem wir wissen, dass er Oppositionsgruppen einschliessen muss", teilte John Kirby, Sprecher des US-Aussenministeriums am Mittwoch in Washington mit. Ratney wolle erörtern, wie dieses Vorgehen genau aussehen solle.

Das Aussenministerium hob die Bedeutung der diplomatischen Initiative zur Beendigung des Bürgerkriegs in Syrien hervor. "Ich werde nicht für die Russen sprechen, aber ich werde es noch einmal so deutlich sagen, wie ich kann: Es wird keine militärische Lösung dafür geben", sagte Kirby.

Die USA hatten in den vergangenen Wochen ihre dahingehenden Bemühungen verstärkt. Am 3. August fand ein Treffen von US-Aussenminister John Kerry, seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow und dem saudi-arabischen Chefdiplomaten Adel al-Dschubeir in Doha statt. Zwei Tage später trafen sich Kerry und Lawrow erneut in Kuala Lumpur.

Ratney: Kenner der Region

Russland zählt mit dem Iran zu den letzten Unterstützern von Syriens Machthaber Baschar al-Assad, die USA und Saudi-Arabien unterstützen den Aufstand gegen ihn. Mitte August hatte sich der UNO-Sicherheitsrat erstmals seit zwei Jahren für einen neuen Anlauf für Friedensgespräche in Syrien ausgesprochen.

In dem "syrisch-geführten politischen Prozess" sollen unter anderem vier Arbeitsgruppen aus Vertretern von Regierung und Opposition gebildet werden, in denen das weitere Vorgehen bei Sicherheitsfragen, der Bekämpfung des Terrorismus, politischen und rechtlichen Fragen und dem Wiederaufbau besprochen werden soll.

Ratney war Ende Juli zum US-Sondergesandten für Syrien ernannt worden. Er ist ein Kenner der Region: Zuletzt war er Generalkonsul in Jerusalem, davor war er im Irak, Libanon, in Marokko und Katar im Einsatz.

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