Unwetter

Erneut sind heftige Gewitter über Norditalien gezogen

Das Wasser hat Teile Genuas überflutet

Das Wasser hat Teile Genuas überflutet

Nach den sintflutartigen Überschwemmungen, die in Genua am Freitag sechs Menschenleben gefordert haben, sind in Norditalien auch am Samstag heftige Unwetter niedergegangen. Gewitter mit Starkregen entluden sich in Ligurien und im Piemont.

Vor bei der Stadt Alessandria kam es zu Überschwemmungen und Erdrutschen, mehrere Familien mussten ihre Wohnungen verlassen. Die Behörden befürchten weitere Erdrutsche in der Gegend von Borghetto di Vara unweit der ligurischen Hafenstadt La Spezia. Die Stadt war bereits vergangene Woche von schweren Unwettern heimgesucht worden.

Aus Sicherheitsgründen wurden mehrere Strassen gesperrt. Der Zivilschutz befürchtete am Samstag, dass der längste Fluss Italiens, der Po, über die Ufer treten könnte.

Aufräumarbeiten in Genua

In Genua versuchten Feuerwehrleute und Freiwillige, die Strassen von Schlamm und Geröll zu befreien. Nach tagelangen Regenfällen hatten sich die Strassen und Gassen der Hafenstadt in reissende Bäche verwandelt.

Der Fluss Bisagno trat über die Ufer und überschwemmte mehrere Stadtteile. Riesige Wasser- und Schlammmassen, die plötzlich durch eine Strasse in der Innenstadt strömten, erdrückten vier Frauen und zwei Kinder, die in einem Hauseingang Zuflucht gesucht hatten. Das jüngste Opfer war erst elf Monate alt. Die Wassermassen drückten Schaufenster ein, Schlamm und Trümmer rissen zahllose Fahrzeuge mit.

In einigen Quartieren kam es zu Stromausfällen. Retter mussten Dutzende Autofahrer in Sicherheit bringen. Erdrutsche wurden in den Genueser Quartieren Bavari und San Desiderio gemeldet. Geschäfte und Unternehmen wurden überschwemmt.

Rücktritt der Bürgermeisterin gefordert

Empörte Bürger beschimpften die städtischen Behörden und beschuldigten sie, keine Vorbeugemassnahmen ergriffen zu haben, obwohl seit Tagen heftige Regenfälle angesagt waren. Viele forderten die linke Bürgermeisterin von Genua, Marta Vincenzi, zum Rücktritt auf.

Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi betonte in einer Mitteilung, offensichtlich sei in der Stadt dort gebaut worden, wo man wegen der Gefahr von Hochwasser nicht hätte bauen dürfen.

Erst vor zehn Tagen hatten Unwetter die Regionen Ligurien und Toskana heimgesucht. Zehn Menschen kamen ums Leben. Gemäss Meteorologen muss auch am Sonntag mit Unwettern gerechnet werden.

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