Über neun weitere Parlamentssitze muss demnach am 30. Oktober in einer Stichwahl entschieden werden. Insgesamt 18 Kandidaten der INAA seien ins Parlament gewählt worden, sagte der Vorsitzende der Wahlkommission, Abdullah al-Buainain. Sie hätten allesamt mehr als die erforderlichen 50 Prozent der Stimmen erhalten.

Bei den vergangenen Wahlen im Jahr 2006 hatte die Partei 17 Sitze im Unterhaus errungen. Der «Wille des Volkes» müsse respektiert werden, sagte der schiitische Geistliche und INAA-Vorsitzende Scheich Ali Salman nach der Veröffentlichung der Ergebnisse. Die wichtigste Botschaft der Parlamentswahlen sei, dass die INAA die grösste politische Vereinigung in Bahrain sei.

Salman rief die Regierung zu einer «positiveren Einstellung» gegenüber der schiitischen Opposition auf. Die Königsfamilie in dem Staat am Persischen Golf ist sunnitisch, mehrheitlich leben aber Schiiten in der konstitutionellen Monarchie. Im Wahlkampf hatte Salman die Königsfamilie - die in Bahrain seit 1783 regiert - aufgerufen, die Macht zu teilen.

Bei den Wahlen für das Unterhaus traten am Samstag 15 politische Vereinigungen an, Parteien sind in Bahrain verboten. 318 000 Wähler waren aufgerufen, die Besetzung des Parlaments neu zu bestimmen. Fünf der 40 Sitze waren mangels Gegenkandidaten in einigen Bezirken bereits im Vorfeld vergeben worden.

Zu den insgesamt 127 Kandidaten zählten acht Frauen. Frauen dürfen in Bahrain erst seit 2001 wählen, bei den Wahlen 2006 schaffte erstmals eine Frau den Sprung ins Parlament.

Verhaftungen im Vorfeld

Die Beteiligung an dem Urnengang lag der Wahlkommission zufolge bei 67 Prozent. Der Wahlkampf war von einer Welle von Festnahmen schiitischer Oppositioneller überschattet worden, weshalb sich Menschenrechtsgruppen um einen fairen Ablauf des Urnengangs sorgten. Aussenminister Chaled bin Ahmed al-Chalifa sagte dazu am Samstag, dass es «keine Verbindung» zwischen den Verhaftungen und den Wahlen gegeben habe.