Sowohl Russland als auch die drei Beschwerdeführerinnen können innerhalb von drei Monaten gegen das Urteil vorgehen.

Wegen eines Auftritts in der Moskauer Erlöserkathedrale hatten russische Richter die Aktivistinnen im Jahr 2012 zu zwei Jahren Haft verurteilt. Eine von ihnen kam jedoch bereits nach wenigen Monaten frei.

Die Strassburger Richter halten die Strafen für unangemessen streng. Die Meinungsfreiheit sei damit verletzt worden, urteilten sie. Ausserdem seien die Frauen während ihres Prozesses gedemütigt worden, indem sie in von Sicherheitsleuten abgeschirmten Glaskästen aussagen mussten. Russische Richter hätten zudem die fünf Monate lange Untersuchungshaft der Frauen unzureichend begründet.

Russland muss nun je 16'000 Euro Schmerzensgeld an zwei der Frauen zahlen, der anderen stehen 5000 Euro zu. Ausserdem haben die drei Aktivistinnen Anspruch auf 11'760 Euro Schadenersatz.

Vier Pussy-Riot-Flitzer stürmten während des WM-Finals in Moskau am vergangenen Sonntag auf das Feld. Ein Gericht verurteilte sie für diese Aktion zu 15 Tagen Arrest.

Pussy Riot reklamiert Flitzer-Aktion im WM-Final für sich

Pussy Riot reklamiert Flitzer-Aktion im WM-Final für sich

Im WM-Final von Sonntagabend stürmten vier Flitzer das Spielfeld. Die kremlkritische Gruppe Pussy Riot reklamiert die Aktion für sich.