USA

Er will seine Steuererklärung nicht veröffentlichen - Ist Trump gar nicht so reich?

In Sachen Steuererklärung gibt sich Donald Trump bedeckt.

In Sachen Steuererklärung gibt sich Donald Trump bedeckt.

Sein Erfolg ist sein schlagendes Argument. Aber ist Donald Trump auch wirklich so erfolgreich, wie er stets behauptet? Seine Steuererklärung könnte endgültig Licht ins Dunkle bringen, doch diese bleibt unter Verschluss.

Heidi Svenda Bernasconi ist zurück! Die fiktive Bankangestellte aus Ostermundigen – Beinamen: «Romney Girl» – sorgte im Wahlkampf 2012 für Furore, weil sie sich in einem Musikvideo zur Melodie des Schlagers «Barbie Girl» mit Mitt Romney vergnügte. Und weil sich die «Schweizerin» darüber lustig machte, dass die Gegner des Republikaners Auskunft über dessen Finanzgebaren verlangten.

Der Youtube-Auftritt des «Schweizer Fegers», inszeniert von der linken Interessengruppe «Agenda Project Action Fund», half mit, das Image des konservativen Unternehmers zu zerstören. Umso erstaunter zeigt sich Frau Bernasconi nun über die Tatsache, dass Romney im Kampf gegen «Parteifreund» Donald Trump zu ähnlichen Mitteln greift.

Vorige Woche machte der gescheiterte Präsidentschaftskandidat Andeutungen über die Steuererklärung des New Yorker Baulöwen. Sie enthalte wohl eine «Bombe», behauptete Romney. Anders lasse sich nicht erklären, dass Trump sich standhaft weigere, seine Steuererklärungen zu veröffentlichen. «Mitt ist beim Thema Steuerhinterziehung ein hochkarätiger Fachmann», sagt Heidi Svenda Bernasconi laut einer Pressemitteilung. «Wenn er glaubt, dass Donny etwas verbergen will, dann sollten wir ihm glauben.»

Natürlich ist das ironisch gemeint: Romney ist kein Steuerhinterzieher, jedenfalls kein gerichtsnotorischer. Die Demokraten freuen sich aber darüber, dass das Thema erneut einem führenden Republikaner Schwierigkeiten bereitet.

In der Tat macht Trump derzeit keinen guten Eindruck. Er behauptet, ihm seien die Hände gebunden: Weil die Steuerverwaltung (IRS) seine aktuelle Steuererklärung auf Herz und Nieren prüfe, wolle er diese nicht veröffentlichen.

Das mag klug sein. Bisher ist es Trump allerdings nicht gelungen, die Frage zu beantworten, warum er auch ältere Steuererklärungen unter Verschluss hält. Das weckt Spekulationen darüber, dass der Immobilienspekulant weit weniger Geld verdient, als er öffentlich behauptet.

Zur Erinnerung: Trump prahlte im vorigen Jahr damit, sein Vermögen übersteige «10 Milliarden Dollar» und er habe 2014 mindestens 380 Millionen Dollar verdient. Dabei handelt es sich allerdings nicht um Zahlen, die durch die Steuerverwaltung überprüft wurden.

Seine Konkurrenten setzen ihn deshalb unter Druck. Sämtliche drei Republikaner, die sich ebenfalls im Rennen um das Weisse Haus befinden, legten vorige Woche einen Teil ihrer Einkommenssteuererklärung offen. Demnach belief sich das steuerbare Einkommen von Ted Cruz (und seiner Frau Heidi) im vorigen Jahr auf 1,1 Millionen Dollar. Das Ehepaar Cruz lieferte dem IRS 445000 Dollar ab.

Marco und Jeanette Rubio verdienten 0,3 Millionen Dollar und bezahlten 79000 Dollar Steuern.

John und Karen Kasich schliesslich nahmen im vorigen Jahr ebenfalls 0,3 Millionen Dollar ein und lieferten dem Fiskus 75000 Dollar ab.

Vielleicht sind es diese Zahlen, die Trump Kopfzerbrechen bereiten. Es wäre schlicht peinlich für den Baulöwen, würde er nur unwesentlich mehr verdienen als Cruz & Co.

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