Das Gepäckstück war am Mittwoch vor dem Start einer Air-Berlin-Maschine nach München in Windhuk gefunden worden. Es habe zu keinem Zeitpunkt Gefahr für die Passagiere bestanden, sagte der Minister. Bei dem Gepäckstück habe es sich um einen sogenannten Realtestkoffer einer Firma aus den USA gehandelt.

Zuvor hatten das ZDF und der US-Sender CNN bereits berichtet, dass das Gepäckstück keinen Sprengsatz enthalten habe. Es habe sich offensichtlich um eine Art Testlauf mit einem Dummy einer Behörde gehandelt, berichtete das «heute journal» am Donnerstagabend unter Berufung auf US-Sicherheitsbeamte.

Wie CNN meldete, habe auch Air Berlin bestätigt, dass die verdächtige Computertasche keinen Sprengstoff enthielt. Wegen des Bombenverdachts war die Maschine von Windhuk nach München mehrfach kontrolliert worden und mit Stunden Verspätung abgeflogen.

Ausnahmezustand hält an

Die wegen der Terrorbedrohung verschärften Sicherheitskontrollen in Deutschland müssen derweil nach Polizei-Einschätzung mindestens bis zum Jahresende aufrechterhalten werden.

«Die Sicherheitsbehörden stellen sich darauf ein, dass der Ausnahmezustand mindestens bis zum Jahresende anhält», sagte der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, der «Neuen Osnabrücker Zeitung» (Freitag). Für Dezember geplante Ferien und freie Tage seien Polizisten vielerorts bereits gestrichen worden.

«Solange die Weihnachtsmärkte laufen, müssen wir jederzeit mit Anschlägen rechnen», sagte er einem Vorabbericht zufolge. Es handle sich insgesamt für die Polizei um die grösste Herausforderung der Nachkriegsgeschichte.

Das Innenministerium hatte Mitte der Woche erstmals konkret vor einem Anschlag gewarnt. Nach Hinweisen aus dem Ausland planen demnach radikale Islamisten bis Ende November Anschläge in Deutschland.