USA

Entführungsopfer verklagt US-Regierung auf Schadensersatz

Auf diesem Gelände in Antioch lebte Dugard bei ihrer Entdeckung

Auf diesem Gelände in Antioch lebte Dugard bei ihrer Entdeckung

Die Amerikanerin Jaycee Dugard, die 18 Jahre von einem Entführer gefangen gehalten und missbraucht wurde, hat die US-Regierung auf Schadenersatz verklagt. Die 31-jährige Kalifornierin reichte ihre Klage am Donnerstag bei einem Bundesgericht in San Francisco ein.

Sie wirft den Behörden schwere Versäumnisse bei den Ermittlungen vor, berichtete der "San Francisco Chronicle". So hätten Beamte bei der Überprüfung ihres Peinigers, einem vorbestraften Sexualverbrecher, nachlässig gehandelt.

Dugard war als Elfjährige von Phillip Garrido und dessen Frau Nancy auf offener Strasse entführt worden. 18 Jahre lang wurde sie in einem Gartenversteck des Paares gefangen gehalten. Sie wurde immer wieder vergewaltigt und brachte als Teenager zwei Mädchen zur Welt.

Bewährungshelfer hatten bei Routineüberprüfungen das Haus des vorbestraften Mannes besucht und dabei auch mit Dugard und der älteren Tochter gesprochen. Sie schöpften aber keinen Verdacht und versäumten es, der Identität der jungen Mutter und ihrer beiden Kinder sowie der Beziehung zu Garrido nachzugehen.

Bereits 20 Millionen Dollar erhalten

Erst im August 2009 wurde Dugard mit ihren Töchter in einem Vorort der Stadt Antioch entdeckt. Im vergangenen Juni wurde Garrido zu 431 Jahren, seine Frau zu 36 Jahren Haft verurteilt.

Der Bundesstaat Kalifornien hatte Dugard bereits im vergangenen Jahr eine Entschädigung in Höhe von 20 Millionen Dollar zugesprochen. In ihrer Klage gegen die US-Bundesregierung habe Dugard keine Forderung festgelegt, sagte ihr Anwalt Dale Kinsella.

Seine Mandantin wollte im Falle einer Entschädigung die ganze Summe einer Stiftung für Entführungsopfer und Familien in Not zukommen lassen.

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