Nordkorea

Eitel Sonnenschein: Kim beschwört zum Ende seiner China-Reise «Freundschaft» mit Xi

Kim (rechts) und Xi Jinping.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat zum Abschluss seines Besuchs in China den Schulterschluss mit Peking gesucht. Beide Nationen seien sich so nahe wie eine Familie, sagte Kim laut der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua im Gespräch mit Präsident Xi Jinping.

Besser kann es für Kim Jong Un derzeit nicht laufen. Der nordkoreanische Machthaber hat auf dem Gipfel mit US-Präsident Donald Trump vergangene Woche in Singapur mehr erreicht, als er sich erträumt hatte. Vor allem ein Punkt erfreut den Diktator: Trump bezeichnete in Singapur die gemeinsamen Militärübungen mit Südkorea und Japan als «zu teuer» und «provokativ». Er wolle künftig davon absehen. Und er hält auch schon Wort: Das US-Verteidigungsministerium sagte das alljährlich für August geplante Manöver ab. Das wiederum begeistert auch Peking.

Bei dem spontan einberufenen Treffen zwischen Kim und Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping am Mittwoch in Peking zeigten sich beide Machthaber über die jüngsten Entwicklungen hocherfreut. Xi gratulierte dem nordkoreanischen Machthaber zu der «historischen Zusammenkunft» und drückte ihm seine Anerkennung aus. Kim wiederum bedankte sich seinerseits beim chinesischen Präsidenten «für dessen Unterstützung bei der Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel».

Lockerung der Sanktionen?

Es ist bereits das dritte Treffen der beiden innerhalb weniger Monate. Vor dem ersten Treffen im April herrschte zwischen Pjöngjang und Peking über sechs Jahre Funkstille. Die chinesische Führung kritisierte Nordkoreas Atom- und Raketentests und trug die Sanktionen mit, die die USA im UNO-Sicherheitsrat gegen Nordkorea durchgedrückt hat. Das wiederum nahm die nordkoreanische Führung China übel.

Doch nun herrscht eitel Sonnenschein. Während eines Bankettessens mit Xi hat Kim dem chinesischen Staatssender CCTV zufolge gesagt, dass China und Nordkorea auf dem Weg zu einer «beispiellos speziellen Beziehung» seien. Xi forderte sowohl Pjöngjang als auch Washington auf, «die Ergebnisse ihres Gipfels so rasch wie möglich umzusetzen».

Kim hat hinter den Kulissen wohl zudem um eine Lockerung der Wirtschaftssanktionen gebeten. Vor Inkrafttreten der Sanktionen liefen fast 90 Prozent des nordkoreanischen Aussenhandels über China. Offiziell hält sich Peking an die Vereinbarung im UNO-Sicherheitsrat und hält die Sanktionen gegen Nordkorea aufrecht. Doch schon vor dem Gipfel in Singapur gab es Hinweise, dass der chinesisch-nordkoreanische Grenzhandel wieder aufgenommen wurde.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1