Nobelpreis

Einschüchterungen aus China vor Nobelpreis-Verleihung

Die Verleihung des Friedensnobelpreises findet ohne den Preisträger Liu Xiaobo statt (Archiv)

Die Verleihung des Friedensnobelpreises findet ohne den Preisträger Liu Xiaobo statt (Archiv)

Dreieinhalb Wochen vor der Verleihung des Friedensnobelpreises wächst die Unsicherheit, wer an der Osloer Zeremonie für den inhaftierten chinesischen Bürgerrechtler Liu Xiaobo teilnehmen kann. Mehrere Staaten haben um Verlängerung der Anmeldefrist für ihre Botschafter gebeten.

Das teilte der Chef des Osloer Nobelkomitees, Geir Lundestad, am Dienstag mit. Die Frist war am Montag abgelaufen.

Zahlreiche europäische Länder, darunter Deutschland, Frankreich und Grossbritannien haben jedoch bereits ihre Teilnahme an der Zeremonie angekündigt. Auch die Schweiz werde teilnehmen. Man habe "wie jedes Jahr" einen Vertreter der Schweizer Botschaft angemeldet, teilte das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten auf Anfrage mit.

Chinas Regierung hatte die anderen Länder aufgefordert, der Verleihung am 10. Dezember fernzubleiben. Andernfalls müsse man "Konsequenzen tragen", hiess es aus dem Aussenministerium in Peking.

Chinas Führung hat die Vergabe des Preises an den zu elf Jahren Haft verurteilten Liu stark kritisiert und im Gefolge Ministertreffen mit Norwegen abgesagt.

Der 54-jährige Liu tritt für Demokratie und Meinungsfreiheit in seinem Land ein. Weder er selbst noch seine in Peking unter Hausarrest gestellte Frau Liu Xia können zur Verleihungsfeier nach Oslo reisen. Als offen gilt, ob eine andere Person aus der chinesischen Bürgerrechtsbewegung stellvertretend den Preis in Empfang nehmen kann.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1