Nach einer zweitägigen Unterbrechung wegen heftigen Sturms gelangten drei Experten am Donnerstag wieder an Bord des Schiffes. Nach einer fünfstündigen Inspektion erklärten die Experten die "Rena" für stabil genug, um eine neue Abpumpaktion des Schweröls aus den Treibstofftanks zu wagen. Der vorherige Versuch hatte wegen rauer See abgebrochen werden müssen.

Nach wie vor drohe das Schiff allerdings wegen mehrerer Risse im Rumpf auseinanderzubrechen, teilte die staatliche Schifffahrts- und Meeresschutzbehörde (MNZ) mit. Bis zu 700 Tonnen des giftigen Öls seien bereits in den Südpazifik ausgelaufen, sagte MNZ-Sprecher Bruce Anderson.

Die klebrige Brühe verschmutzte einen 30 Kilometer breiten Streifen an der Küste der Plenty-Bucht; mindestens 500 Seevögel verendeten qualvoll. Helfer versuchten die Strände zu reinigen. "Das wird noch eine Weile so gehen. Es ist zum verzweifeln, aber wir müssen weitermachen", sagte MNZ-Einsatzleiter Nick Quinn. Auf dem Meer waren fast ein Dutzend Schiffe gegen die Ölpest im Einsatz.

Entschuldigung der Reederei

Die griechische Reederei der "Rena" bat die Neuseeländer inzwischen um Verzeihung: "Es tut uns zutiefst leid, dass Öl an die Strände ihres schönen Flecken Erde gespült wird. Wir entschuldigen uns dafür", sagte Direktor Diamantis Manos in einer Videobotschaft.

Von dem Frachter fielen nach Behördenangaben bislang knapp 90 der 1370 Container ins Meer. Darunter befinde sich auch ein Container mit einer Substanz, die in Verbindung mit Wasser gefährlich sei.

Die in Liberia registrierte "Rena" war am Mittwoch vergangener Woche 20 Kilometer vor der Küste auf ein Riff gelaufen und leckgeschlagen. Der Kapitän und sein Navigationsoffizier wurden inzwischen wegen fahrlässiger Schiffsführung angeklagt. Ihnen droht eine einjährige Haftstrafe.