Atomstreit

Einigung im Atomstreit mit Iran: Das sind die Kernpunkte des Abkommens

Das iranische Atomkraftwerk Buschehr im Süden des Landes (Archiv)

Das iranische Atomkraftwerk Buschehr im Süden des Landes (Archiv)

Im jahrelangen Atomstreit haben die fünf UNO-Vetomächte und Deutschland in der Nacht zum Sonntag ein Übergangsabkommen mit dem Iran erzielt.

Im jahrelangen Atomstreit haben die fünf UNO-Vetomächte und Deutschland in der Nacht zum Sonntag ein Übergangsabkommen mit dem Iran erzielt. Es folgen Kernpunkte der Vereinbarung, wie sie in einem Dokument der US-Regierung zusammengefasst werden.

Der Iran verpflichtet sich in den kommenden sechs Monaten,

- die Anreicherung von Uran bei 5 Prozent zu deckeln, damit es nicht für militärische Zwecke genutzt werden kann. Die Technik zur Anreicherung von mehr als fünf Prozent soll zurückgefahren werden.

- die Bestände an Uran, das zu mehr als 5 Prozent angereichert ist, zu vernichten oder dessen Anreicherungsgrad wieder zu reduzieren.

- keine weiteren Zentrifugen zur Urananreicherung in Betrieb zu nehmen.

- rund die Hälfte der Zentrifugen in der Atomanlage von Natans und drei Viertel der Zentrifugen in der unterirdischen Anlage Fordow stillzulegen.

- keine neuen Anlagen zur Urananreicherung zu bauen

- seine Bestände an gering angereichertem Uran (bis zu 3,5 Prozent) nicht zu erhöhen.

- die Aktivitäten am Schwerwasser-Atomreaktor bei Arak zu stoppen. In der Anlage könnte Plutonium hergestellt werden, das für Bomben nutzbar wäre.

- Inspektoren der Internationalen Atomenergie-Behörde (IAEA) täglichen Zugang zu den Anlagen in Natans und Fordow zu gewähren.

- IAEA-Inspektoren Zugang zu anderen Anlagen zu gewähren, in denen sich Zentrifugen befinden oder in denen Komponenten für Zentrifugen hergestellt werden.

- IAEA-Inspektoren Zugang zu Uran-Bergwerken zu gewähren.

- Inspektoren häufiger Zugang zum Reaktor in Arak zu gewähren und Planungsunterlagen über die Anlage zur Verfügung zu stellen.

Im Gegenzug haben sich die UNO-Vetomächte und Deutschland zur begrenzten und vorläufigen Lockerung von Sanktionen bereit erklärt.

Der Grossteil der Strafmassnahmen bleibt allerdings in Kraft. Sollte der Iran sich nicht an seine Versprechen halten, könnten die Zugeständnisse jederzeit widerrufen werden.

Die Vereinbarung sieht vor,

- dass in den kommenden sechs Monaten keine zusätzlichen Sanktionen gegen den Iran verhängt werden.

- dass einige Sanktionen ausgesetzt werden. Dabei geht es um Strafmassnahmen beim Handel mit Gold und Edelmetallen, für den iranischen Autosektor und Petrochemie-Exporte. Dies dürfte dem Iran Einnahmen von rund 1,5 Milliarden Dollar bringen.

- dass gesperrte Gelder aus iranischen Ölverkäufen in Höhe von 4,2 Milliarden Dollar schrittweise freigegeben werden, wenn der Iran seine Auflagen erfüllt.

- dass Importe etwa von Nahrungsmitteln und Medizin in den Iran erleichtert werden.

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