Seine Angehörigen seien vom Obersten Gericht des Landes darüber informiert worden, dass er erschossen worden sei, erklärte die Menschenrechtsgruppe Wiasna am Samstag unter Berufung auf eine Schwester des Hingerichteten.

Eine offizielle Bestätigung gab es nach Angaben von Medien aber nicht. Unklar war das Schicksal des zweiten zum Tode Verurteilten. Die beiden Männer waren Ende November wegen des Anschlags auf die Minsker U-Bahn-Station Oktjabrskaja am 11. April zum Tode verurteilt worden.

Damals waren 15 Menschen getötet und mehr als 160 verletzt worden. Der Bahnhof liegt in der Nähe des Büros und der Residenz von Staatschef Alexander Lukaschenko. Es war der schwerste Anschlag in Weissrussland seit der Unabhängigkeit des Landes von der Sowjetunion im Jahr 1991.

Die EU-Aussenbeauftragte Catherine Ashton verurteilte die Hinrichtung scharf. Den beiden Verurteilten sei das Recht auf einen fairen Prozess vorenthalten worden, erklärte Ashton am Samstag in Brüssel. Die Europäische Union lehne die Todesstrafe "unter allen Umständen" als grausam und unmenschlich ab.

Begnadigung abgelehnt

Lukaschenko hatte am Mittwoch eine Begnadigung der beiden Männer abgelehnt. Die Europäische Union hatte daraufhin gefordert, die Hinrichtung aufzuhalten. Nach dem Anschlag waren Spekulationen aufgekommen, die Regierung selbst könnte für die Tat verantwortlich sein, weil sie ein hartes Vorgehen gegen innenpolitische Gegner rechtfertigen wollte.

Weissrussland ist das einzige europäische Land, das die Todesstrafe noch vollstreckt. Offizielle Zahlen dazu, wie viele Menschen jedes Jahr hingerichtet werden, gibt es nicht.