Portugal

Eine Grobheit zuviel: Facebook-Kommentar kostet Minister das Amt

Portugals Kulturminister Joao Soares: Ohrfeigen über Facebook.

Portugals Kulturminister Joao Soares: Ohrfeigen über Facebook.

Seine Ernennung zum Minister hatte Unverständnis ausgelöst, denn Joao Soares war durch Grobheiten aufgefallen. Nun hat ihn eine solche die politische Karriere gekostet.

Weil er auf seiner Facebook-Seite zwei Journalisten mit einer Ohrfeige gedroht hatte, ist der portugiesische Kulturminister João Soares zurückgetreten. Soares hatte am Donnerstag nach einem bissigen Kommentar in der Zeitung "Publico" über zwei Journalisten geschrieben: "Eine gute Ohrfeige würden ihnen gut tun. Und mir auch".

Zahlreiche Portugiesen hatten sich über die Äusserung geärgert und den Rücktritt des Ministers gefordert. Soareshatte sich zunächst verteidigt und erklärt, er habe mit seiner Wortmeldung nicht auf blosse Meinungsäusserungen, sondern auf "Beleidigungen" reagiert.

Regierungschef António Costa entschuldigte sich schliesslich in seinem Namen bei Augusto Seabra und Vasco Pulido Valente, den beiden Journalisten.

Am Freitag trat Soares dann doch zurück. In einer Erklärung, die von der Nachrichtenagentur Lusa verbreitet wurde, begründete der Sohn eines früheren Präsidenten seinen Schritt mit seiner "tiefen Solidarität mit der Regierung und ihrem linken politischen Projekt".

In dem Kommentar, der den ganzen Ärger ausgelöst hatte, war Soares' Ernennung zum Minister als "unbegreiflich" kritisiert worden. Sein Politikstil zeichne sich durch "Vetternwirtschaft, Autoritarismus und Grobheit aus".

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