Weltraum

Ehrgeiziger russischer Marsmond-Mission droht Fiasko

Ziel der Mission: Marsmond Phobos (Archiv)

Ziel der Mission: Marsmond Phobos (Archiv)

Russlands erster interplanetarer Mission seit 15 Jahren droht das frühe Aus. Wenige Stunden nach dem Start zum Marsmond Phobos zündeten die Triebwerke des Frachters nicht. Die Rettung der Sonde ist ein Rennen mit der Zeit - und gilt als wenig wahrscheinlich.

Der unbemannt Frachter sei nach dem Start vom Weltraumbahnhof Baikonur vom Kurs abgekommen, sagte der Chef der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos, Wladimir Popowkin, am Mittwoch. Die schwere Panne bedeutet nach mehreren Problemen mit Trägerraketen einen neuen Rückschlag für die Raumfahrtnation.

Der Transporter war am Dienstag um 21.16 Uhr MEZ vom Kosmodrom Baikonur in Kasachstan gestartet. Die Sonde habe sich später planmässig von der Zenit-Trägerrakete getrennt, hiess es. Dann aber versagten beide Triebwerkszündungen. Vermutlich hätten defekte Sensoren ein Anspringen verhindert, sagte Popowkin.

Hoffen auf Wunder

Roskosmos habe wegen der leerlaufenden Batterien an Bord höchstens drei Tage Zeit, das Raumschiff mit der etwa 120 Millionen Euro teuren Sonde Phobos-Grunt ("Phobos-Boden") auf Kurs zu bringen. Sollte eine Korrektur nicht möglich sein, sei der Absturz auf die Erde wohl nicht zu verhindern, sagte ein Roskosmos-Experte.

Russlands erste interplanetare Mission seit 15 Jahren sollte im August 2014 Bodenproben von Phobos zur Erde bringen. Nach mehreren Bilderbuchstarts hatte Russland auf ein Ende der Pannenserie gehofft. Auch das vor wenigen Tagen erfolgreich zu Ende gegangene Isolationsexperiment Mars500 in Moskau sorgte bei Roskosmos für neues Selbstvertrauen.

"Dies ist eine ausserplanmässige Situation. Aber wir haben Kontakt zum Transporter", sagte Popowkin. Russische Agenturen zitierten einen Mitarbeiter der Behörde aber mit den Worten, es helfe "nur ein Wunder". Die Chancen auf eine Rettung seien gering. "Die schlimmsten Befürchtungen haben sich bewahrheitet."

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