Erst nach vier Auszählungsrunden schlug das Pendel zugunsten des früheren Energieministers im Kabinett seines Vorgängers Gordon Brown aus. Ed erreichte 50,65 Prozent der Stimmen, David blieb bei 49,35 Prozent stehen. Bei den ersten drei Auszählungsrunden hatte noch David geführt.

"Mit der heutigen Wahl wird ein neues Kapitel aufgeschlagen, weil nun eine neue Generation antritt, die der Partei dienen wird und nach einiger Zeit hoffentlich auch dem Land", sagte Ed Miliband.

Als Nachfolger von Tony Blair und Gordon Brown soll er die Partei nach ihrer schweren Niederlage bei der Parlamentswahl im Frühjahr wieder zum Erfolg führen.

Der abgewählte Premierminister und dann auch als Parteichef zurückgetretene Gordon Brown sicherte Ed Miliband bereits seine volle Unterstützung zu. Auch alle Gegenkandidaten versprachen Rückendeckung für den neuen Parteichef.

Basis hofft auf linke Wende

Vor allem die Gewerkschafter hatten wohl für den Jüngeren votiert, von dem sie sich einen stärkere linksliberale Orientierung versprechen. Mit Ed Miliband entschied sich die Partei für einen traditionell ausgerichteten Sozialdemokraten mit starker Unterstützung im gewerkschaftlich geprägten Milieu.

Er hatte bei der Wahl lange Zeit als Aussenseiter hinter seinem Bruder David gegolten, zuletzt aber stark aufgeholt. Ed profitierte unter anderem von dem komplizierten Wahlsystem.

Ed Miliband muss die zerstrittene Partei neu ausrichten. Er muss die Opposition gegen die unpopulären Sparpläne der neuen Regierung von Premierminister David Cameron organisieren, gleichzeitig aber auch koalitionsfähig bleiben.

Eine erste grosse Prüfung steht dem frisch gekürten Parteichef auf dem am Sonntag in Manchester beginnenden fünftägigen Labour-Parteitag bevor.