Die Regionalgemeinschaft dränge Laurent Gbagbo ultimativ zur Aufgabe und werde wenn nötig auch "legitime Gewalt" anwenden, erklärte ECOWAS-Präsident James Gbeho nach einem Krisengipfel in Nigeria.

Die Regierung Gbagbo warnte am Samstag umgehend vor einer Intervention des Auslands. Der Nationalismus würde angeheizt, sagte der Sprecher der Regierung, Ahoua Don Mello. Dabei könnte es zur gewaltsamen Vertreibung der zahlreichen Arbeitsmigranten aus den Nachbarländern kommen. "Ist Burkina Faso bereit, drei Millionen Migranten in ihrem Heimatland zurück zu begrüssen?", fragte Ahoua Don Mello.

Gbeho kündigte nach dem Krisentreffen am Freitagabend die Entsendung einer ranghohen Delegation in die Elfenbeinküste an, die Gbagbo zum Aufgeben bewegen soll. Ausserdem würden die Generalstabschefs der Mitgliedsländer über "künftige Massnahmen" beraten, erklärte der ECOWAS-Präsident.

Gbagbos Konten gesperrt

Zuvor hatte die Wirtschaftsgemeinschaft dem Staatschef bereits den Zugang zu den Staatskonten gesperrt und sich damit hinter Ouattara gestellt. Während Ouattara international als Sieger der Stichwahl um das Präsidentenamt Ende November anerkannt wurde, kontrolliert Gbagbo noch immer die Sicherheitskräfte.

Unruhen nach der Präsidentenwahl haben nach Angaben der Vereinten Nationen bislang mindestens 173 Menschen das Leben gekostet, deutlich mehr als bisher angenommen.

Outtara verurteilte die jüngsten Gewaltausbrüche. Vielerorts seien schwerwiegende Menschenrechtsverstösse verzeichnet worden, sagte er am Freitag in einer Rede in dem Hotel, in dem er und seine Anhänger nach der Wahl Quartier bezogen haben. Er werde alles tun, damit sich solche Gräueltaten nicht wiederholten. Zugleich rief er die Streitkräfte und die UNO auf, für den Schutz der Zivilbevölkerung zu sorgen.