Kongo

Ebola-Welle im Kongo nach Angriffen auf Hilfszentren befürchtet

Ein Ebolazentrum der Nichtregierungsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) im Kongo. Zwei solcher Einrichtungen waren niedergebrannt worden.

Ein Ebolazentrum der Nichtregierungsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) im Kongo. Zwei solcher Einrichtungen waren niedergebrannt worden.

Nach Angriffen auf zwei medizinische Zentren zur Versorgung von Ebola-Kranken in der Demokratischen Republik Kongo hat die Regierung vor verheerenden Folgen für den Kampf gegen die Seuche gewarnt.

Die Zerstörung der Einrichtungen in der Unruheprovinz Nord-Kivu habe den Einsatz der Helfer "enorm beeinträchtigt", erklärte das kongolesische Gesundheitsministerium am Freitag. In den kommenden Tagen sei in den betroffenen Gebieten mit einem "bedeutenden Anstieg" der Ebola-Fälle zu rechnen.

Die medizinischen Einrichtungen in den Städten Katwa und Butembo waren am Sonntag und Mittwoch niedergebrannt worden. In der Folge setzte die Organisation Ärzte ohne Grenzen (MSF), welche die Zentren zusammen mit dem kongolesischen Gesundheitsministerium betreibt, ihre Einsätze dort nach eigenen Angaben vorerst aus.

Zwar seien weder Mediziner noch Patienten verletzt worden. Allerdings hätten sie durch die Vorfälle Traumata erlitten, begründete MSF die Entscheidung.

Die jüngsten Angriffe und Drohungen gegen Helfer im Kampf gegen Ebola hätten deren Arbeit massiv behindert, erklärte das Gesundheitsministerium. Dies gelte insbesondere für den Kontakt mit den Patienten, die Untersuchung von Verdachtsfällen, Impfungen und Präventionsmassnahmen.

Der kongolesische Gesundheitsminister Oly Ilunga Kalenga reiste am Donnerstag zusammen mit einem MSF-Vertreter nach Butembo, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Es sei "unmöglich", die Seuche in Butembo in Schach zu halten, solange die Sicherheit der Helfer nicht gewährleistet sei, erklärte sein Ministerium.

Ebola war im August 2018 erneut in der östlichen Provinz Nord-Kivu sowie in der nordöstlichen Provinz Ituri ausgebrochen. Bislang starben mindestens 490 Menschen an der hochansteckenden Virus-Krankheit, deren Bekämpfung wegen der häufigen bewaffneten Angriffe in der Region schwierig ist.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1