Deutschland

Dünsten, braten oder dämpfen: Deutscher Politiker veröffentlicht Biber-Kochbuch

Die herzigen Nager können hohe Schäden verursachen (Symbolbild).

Die herzigen Nager können hohe Schäden verursachen (Symbolbild).

Der deutsche Politiker Klaus Burger, in Hohentengen nahe der Schweizer Grenze zu Hause, hat ein Kochbuch mit Biber-Rezepten veröffentlicht. Tierschützer sind empört.

Überschwemmte Wiesen, Dämme und angefressene Bäume: Wo der Biber sein Unwesen treibt, hinterlässt er auch Spuren – und die Schäden davon belaufen sich allein im Kanton Aargau auf Millionenhöhe. Deshalb hat der Kanton darüber diskutiert, den Biber auf die Abschussliste zu setzen.

Unweit der Schweizer Grenze, in einer Rheinufergemeinde gegenüber des aargauischen Städtchens Kaiserstuhl steht man vor denselben Problemen. Ein Politiker hat nun eine aussergewöhnliche Lösung vorgeschlagen: Statt die Nager einfach nur zu töten, könne man sie auch essen. Hinter der Idee steckt Klaus Burger, ein 58-jähriger CDU-Abgeordneter aus der Gemeinde Hohentengen (D).

Biber als Delikatesse?

Wie die deutsche «Bild» berichtet, hält Burger ganz konkrete Vorschläge bereit: Ob gedünstet, gebraten oder gedämpft, mit einem Kochbuch will er die Delikatesse «Biber» in die Alltagsküche bringen. Biber-Speisen wurden bereits in Klöstern im 18. Jahrhundert geschätzt. Sein Buch orientiere sich an diesen Rezepten, so Burger zur Zeitung.

Burger hat das Kochbuch im Landtag von Baden-Württemberg verteilt – und nicht nur seine Kollegen damit provoziert: «Das Kochbuch ist geschmacklos», sagte Brigitte Dahlbender vom Bund für Umwelt und Naturschutz. Auch in Deutschland zählen die Nager zu den geschützten Tieren. 

Hinter der Provokation steckt für Burger aber ein ernstes Anliegen: «Wir kriegen das Biber-Problem nicht in den Griff», so er. Unterstützung erhält er vom Landwirtschaftsminister Peter Hauk. Dieser will die Biber wieder zur Jagd freigeben.

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