Kolumbien

Drei Tote bei regierungskritischen Protesten in Kolumbien

In Kolumbien ist nach Demonstrationen im ganzen Land gegen die Regierung am Donnerstag (Ortszeit) vielerorts zu Ausschreitungen gekommen.

In Kolumbien ist nach Demonstrationen im ganzen Land gegen die Regierung am Donnerstag (Ortszeit) vielerorts zu Ausschreitungen gekommen.

Bei Ausschreitungen am Rande regierungskritischer Proteste sind im Westen Kolumbiens drei Menschen getötet worden. Zwei Menschen seien bei der gewaltsamen Eskalation einer Demonstration in Buenaventura getötet worden, ein weiterer in Candelaria.

Dies sagte Verteidigungsminister Carlos Holmes Trujillo auf einer Pressekonferenz am Freitagvormittag (Ortszeit). Zudem seien mehr als 270 Zivilisten und Sicherheitskräfte verletzt worden. 98 Verdächtige seien festgenommen worden.

Bei den landesweiten Protesten waren am Donnerstag zehntausende Kolumbianer gegen die Politik des rechtskonservativen Präsidenten Iván Duque auf die Strasse gegangen.

Blendgranaten gegen Studenten

Dem Generalstreik und den Massenkundgebungen, die von den Gewerkschaften organisiert wurden, hatten sich auch Studenten, indigene Gruppen, Umweltschützer und die Opposition angeschlossen. Sie protestieren in der Hauptstadt Bogotá und anderen Städten des südamerikanischen Staats unter anderem gegen die Sozial- und Sicherheitspolitik der Regierung.

In Bogotá setzte die Polizei Blendgranaten gegen Studenten ein, die zu Tausenden zum internationalen Flughafen der kolumbianischen Hauptstadt zogen.

Die Proteste waren die massivsten der vergangenen Jahre. Der seit 18 Monaten regierende Duque hatte am Mittwoch in einer Fernsehansprache die Berechtigung einiger Forderungen eingeräumt. Zugleich beklagte er eine durch "Lügen" angeheizte Kampagne, mit der neue Gewalt angestachelt werden solle.

Kritik an Abkommen mit Farc

Duque vollzog seit seinem Amtsantritt im August 2018 eine Wende in der Wirtschafts- und Sicherheitspolitik Kolumbiens. Er kritisierte etwa das Friedensabkommen von 2016 mit den Revolutionären Streitkräften Kolumbiens (Farc) als zu nachgiebig und ging seither hart gegen eine Splittergruppe der Farc vor.

Das Abkommen beendete den jahrzehntelangen Guerilla-Krieg mit den Rebellen, die sich in eine politische Partei umwandelten. Die Farc hatte ein halbes Jahrhundert lang gegen die Regierung in Bogotá gekämpft, mehr als 260'000 Menschen wurden in dem bewaffneten Konflikt getötet.

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