Es begann, wie so vieles bei Donald Trump, mit einem Tweet. Der US-Präsident liess sein Treffen mit Nordkoreas Diktator Kim Jong-Un nicht über die Diplomaten einfädeln, sondern indem er ihn via Twitter einlud: Er möchte ihn gern an der Grenze treffen, «einfach um Hello zu sagen».

Kim, von Trump einst auf dem selben Kanal als «kleiner Raketenmann» verspottet, spielte mit. So kam es, dass Trump Geschichte schrieb - erstmals betrat ein US-Präsident nordkoreanischen Boden. Er sei Kim dankbar, dass er aufgetaucht sei, sagte Trump danach, denn «sonst hätte mich die Presse schlecht hingestellt.»

Die Szenen, die heute die ganze Welt am Fernsehen und über Youtube verfolgen konnte, zeigen, wie der ehemalige Reality-TV-Star Aussenpolitik macht: Es geht ihm um die Bilder, um die Symbolik - und nicht um Resultate. Dass Kim bislang keinerlei Zugeständnisse zur Atom-Abrüstung gemacht hat: Egal. «Wir sind Freunde und mögen uns», sagte Trump.

Am G20-Gipfel interessierten ihn die Gruppengespräche nicht, er betrieb stattdessen medienwirksames Speed-Dating mit anderen Mächtigen: Komplimente an Angela Merkel («eine fantastische Frau»), Scherzen mit Vladimir Putin (zu dem er fast ironisch sagte: «Mischen Sie sich nicht in die Wahl ein») und ein längeres Gespräch mit dem saudischen Kronprinzen, den andere Staatschefs zurzeit meiden.

G20-Gipfel waren früher routinierte, eher langweilige Angelegenheiten. Trump macht sie zu unberechenbaren Shows in eigener Sache. Immerhin ein konkretes Ergebnis konnte er verkünden: Ein «Riesenerfolg» im Handelsstreit mit China. Wurde der denn beigelegt?

Mitnichten, die beiden Länder haben einfach keine neuen Zölle beschlossen. Das ist nicht viel, aber auch nicht nichts. Und solange Kim, Xi & Co. in der Trump-Show mitspielen und alle miteinander reden, wird die Welt zumindest nicht unsicherer.

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